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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
23.10.2019

Yamaha Tricity 300Dreirad-Scooter für A- und B-Schein!

Yamaha baut munter weiter an seiner dreirädrigen Modellpalette. Nach Tricity 125 und Niken folgt 2020 nun der nächste Schritt: der Tricity 300. Der Mittelklasse-Roller wurde auf der Tokyo Motor Show präsentiert und aus allen WInkeln gezeigt. Nun, zur europäischen Präsentation auf der Eicma, sind auch genauere technische Daten bekannt. 

Zum einen wird Yamaha für den Antrieb jenen Blue-Core-Einzylindermotor verwenden, der auch im XMAX 300 seinen Dienstverrichtet, allerdings modifiziert für Euro 5 und mit einigen weiteren Entwicklungen im Detail. Die exakte Leistung wurde noch immer nicht genannt, man rechne aber mit zirka 28 PS, was nicht nur für urbanes Geläuf, sondern auch für flottes Mitschwimmen auf der Autobahn ausreichen sollte. Zum anderen wird Yamaha auf die Leaning-Multi-Wheelers-Technologie der Tricity 125 aufbauen, natürlich mit spezifischem Lenkgestänge, das an Größe und Gewicht des 300 angepasst ist. Keine schlechte Idee, denn wer jemals mit dem Tricity 125 gefahren ist, weiß, wie geschmeidig und angenehm sich das Dreirad bewegen lässt. Aber eine Besonderheit gibt es dann doch noch: das Tilt-Lock-Assist-System, das den Triity 300 beim Anhalten aufrecht hält – so wie man das auch vom Piaggio MP3 kennt und gewohnt ist.

Im Vergleich zum Tricity 125 bietet der Tricity 300 natürlich mehr Luxus, vor allem aber mehr Platz. Man erkennt schon an den ersten Bildern, dass hier auch Zwei-Personen-Transport über längere Distanz zu aller Zufriedenheit schaffbar sein sollte – auch mit fürstlichem Windschutz hinter der hoch aufragenden Scheibe. Und unter dem voluminösen Heck dürfte sich auch ein stattlicher, mittels LED beleuchteter Stauraum ausgehen: Yamaha verspricht Platz für zwei Integralhelme oder einen Helm plus A4-Aktentasche. Außerdem bietet der Tricity 300 auch einen Smart Key, eine Traktionskontrolle, ein Integral-Bremssystem (natürlich mit ABS) und eine Feststellbremse.

Der Clou kommt aber zum Schluss: Yamaha gibt an, dass der Tricity 300 in den meisten europäischen Ländern auch mit B-, also Auto-Führerschein zu fahren sein soll; das verdankt man der auf 470 Millimeter erhöhten Spurbreite. Das würde die Zielgruppe natürlich enorm erweitern und viele von Parkplatzsuche oder Parkscheinlegen genervte Autofahrer ansprechen. Ob dieser Ansatz auch in den deutschsprachigen Ländern wirklich homologierbar ist, werden wir wohl in Kürze erfahren, genauso wie den Preis für den Mittelklasse-Dreirad-Scooter. Bis dahin verrät Yamaha nur noch die Farbpalette: Tech Kamo, Nimbus Grey und Matt Grey.

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