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Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
26.2.2020

Richard de Jongh im GesprächDer neue Yamaha-Chef im Interview

Richard de Jongh wurde in Amsterdam geboren. Mit 12 Jahren bekommt der Niederländer die erste Motocross, seither fährt er Motorrad und ist außerdem leidenschaftlicher Motorbootbesitzer. Die berufliche Karriere von Richard de Jongh startet in der Automobilbranche. 2007 wechselt er als Area Manager für Portugal, Frankreich, Italien und die Niederlande in das europäische Yamaha-Headquarter in Holland. Im Spätsommer 2019 wird der 56-Jährige Country Manager von Yamaha Österreich und lebt nun werktags in Wien.

Welches Motorrad der Yamaha-Palette hat ihr Herz erobert? Ich bin ein großer TMAX-Fan, den ich gerne als Alltagsfahrzeug nutze. Für die letzte Yamaha-Firmentour habe ich die grandiose Niken gewählt. Die MT-10 ist ebenfalls fantastisch, aber daheim in Holland fahre ich meiner Frau zuliebe einen Cruiser. Ich hätte aber sowieso gerne alle Fahrzeuge unserer Produktpalette daheim.

Welche wirtschaftlichen Ziele wollen Sie mit Yamaha in Österreich realisieren? Unser durchschnittlicher Scooter-Marktanteil in Europa liegt bei 15,5 Prozent, in Österreich haben wir nur 6,5 Prozent. Hier ist gewaltiges Wachstumspotenzial, das sieht man beispielsweise auch an der Beliebtheit von Vespa. Daher müssen wir zukünftig besser kommunizieren weshalb Yamaha-Roller unserer Meinung nach in diesem Segment die beste Option darstellen. Bei den Motorrädern bin ich ebenfalls erst zufrieden, wenn wir Nummer Eins sind – auch hier müssen wir uns verbessern, der Rückstand auf Honda ist aber nicht so gewaltig. Trotzdem müssen wir unsere Aufmerksamkeit für den Österreichischen Markt erhöhen, mehr direkten Kontakt zu den Kunden herstellen und vor allem unser Händlernetzwerk besser unterstützen. Wir haben eine breite, vollständige und innovative Produktpalette von 125 bis 1000 Kubik, die wir Kunden zukünftig engagierter näherbringen müssen – zum Beispiel MT-125 bis MT-10 und YZF-R125 bis YZF-R1. Man kann also quasi mit Yamaha-Motorrädern aufwachsen. Dazu müssen wir auch unser Branding und das entsprechende Feeling besser in die Händlerschauräume integrieren. Zu guter Letzt sollten wir bestehenden Yamaha-Kunden mehr Events wie z.B. die MX-Pro- oder MT-Tour anbieten.

Wie sollen die Scooter-Verkaufszahlen konkret gesteigert werden? Bei den 125ern ist natürlich das größte Potenzial das Marktvolumen betreffend. Da sind wir ohnehin nicht schlecht unterwegs. Yamaha Austria wird sich aber verstärkt auf das Premium-Segment rund um TMAX und XMAX 300 fokussieren – sind wir hier erfolgreich, färbt das ja automatisch auf die „kleinen Schwestern“ ab, im Marketing nennt man das bekanntlich „Halo-Effekt“. Zu Beginn wollen wir uns in Österreich also nicht auf den „Commuting Market“ konzentrieren, das ist ein späterer Schritt.

Ist ein Ausbau des Händlernetzes geplant? Im Großen und Ganzen haben wir ausreichend Verkaufsstellen. Mehr Händler bedeutet ja nicht automatisch höhere Verkaufszahlen. Ich möchte aber unsere Markenpräsenz in den Multi-Brand-Stores verbessern. Ich bin mir trotzdem bewusst, dass das nicht bei jedem kleinen Händler möglich sein wird. Da muss man auch realistisch und pragmatisch sein und einfach das Beste herausholen – und gegebenenfalls kompromissbereit sein. Wichtig ist mir aber, dass Yamaha von jedem Händler jene Aufmerksamkeit bekommt, die die Marke verdient.

Wird es bei Yamaha Austria Umstrukturierungen geben? Bereits umgesetzt habe ich, dass Slowakei und Tschechien zukünftig nicht mehr von unserer Niederlassung sondern von jener in Polen mitverwaltet werden – dort passen Wirtschaftssituation und Sprache besser zusammen. Wir können daher unsere volle Aufmerksamkeit nun dem Österreichischen und dem vergleichsweise kleinen Ungarischen Markt widmen, der sich nur langsam von der Wirtschaftskrise erholt.

Yamaha liegt bei den Zulassungszahlen in Österreich auf Rang 4. Was kann die Konkurrenz besser? BMW profitiert von der unfassbar starken R 1250 GS, dem steigenden Alter der Motorradfahrer mit entsprechender Finanzkraft und ihrem Händlernetzwerk mit Automobil-Infrastruktur. KTM hat wegen des Österreichischen Nationalstolzes natürlich einen Sonderstatus, außerdem ist das orange Marketing grandios. Zu guter Letzt liegen wir nur etwas mehr als 600 Einheiten hinter Honda, das ist nicht allzu viel – vielleicht weil Honda etwas mehr Präsenz bei den Händlern hat.

Wie sehen sie den Motorradmarkt in den nächsten 5 bis 10 Jahren? Können wir nicht lieber über den Wetterbericht reden? In zehn Jahren werden Elektrofahrzeuge, Emissionen und Unfallsicherheit sicher ein großes Thema sein. Schon in den nächsten 5 Jahren wird sich unser Segment aber noch schärfer abgrenzen: „Hardcore-Produkte“ wie Superbikes werden noch spezialisierter und performanceorientierter. Das Adventure-Segment wächst scheinbar unaufhaltsam, Sport-Tourer wie unsere Tracer erleben ein Revival. Zu guter Letzt werden leistbare, einfache Motorräder hoch im Kurs stehen, die trotzdem alle Bedürfnisse eines Motorradfahrers tadellos erfüllen. Die stellt man sich dann einfach zusätzlich in die Garage, auch wenn man nicht jedes Wochenende im Sattel sitzen will.

 

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