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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
25.11.2020

Ducati Diavel 1260 LamborghiniLimitierter Luxus

Kaum 20 Kilometer sind die Werkshallen von Ducati und Lamborghini voneinander entfernt – obendrein gehört man zur selben Company, dem VW-Konzern. Was liegt demnach näher, als ein gemeinsames Produkt zu schaffen? Vorhang auf für die wunderschöne, leider auf 630 Stück limitierte Ducati Diavel 1260 Lamborghini.

Die Inspiration für das neue Topmodell der im Vorjahr erneuerten Diavel-Baureihe ist der Lamborghini Siàn FKP 37, den ihr auch auf den Fotos seht. Der Ausnahmesportler wurde im Herbst 2019 präsentiert und ist mit 819 PS nicht nur der stärkste Serien-Lamborghini aller Zeiten, sondern auch der erste Sportwagen der Marke mit Hybridantrieb. Wobei der Hybridantrieb doch ein wenig wie ein Feigenblatt wirkt: Der Antrieb besteht aus einem 6,5-l-V12-Motor mit 785 PS und einem winzigen Elektromotörchen, das gerade 34 PS beisteuert. Aber wer würde das diesem Wahnsinnsauto schon vorhalten? Die Abkürzung FKP 37 ist übrigens eine Hommage an einen Österreicher – den legendären, im Vorjahr verstorbenen VW-Patriarchen und Porsche-Enkel Ferdinand Karl Piëch. FKP 37 steht für seine Initialen und das Geburtsjahr 1937.

Siàn wiederum stammt aus dem Bologneser Dialekt und bedeutet „Blitz“. Das eint Auto und Motorrad, denn auch der Name der Ducati stammt aus dem Bologneser Dialekt: „Diavel“ (sprich: Diavl) steht hier für den Teufel. Nicht zuletzt gibt’s auch eine menschliche Überschneidung: Mitja Borkert, Chefdesigner bei Lamborghini, ist auch überzeugter Ducatista und versteht sich bestens mit seinem Konterpart bei Ducati, Andrea Ferraresi (Fotos von beiden weiter unten in der Diashow).

Damit zurück zur Ducati Diavel 1260 Lamborghini. Das Modell lässt sich natürlich als Sondermodell klassifizieren, gleichzeitig ist es die Krönung der Palette, die sonst noch aus dem Basismodell und der S besteht. Alle Modelle sind jetzt natürlich Euro-5-konform, was einen kleinen Power-Boost verursacht und die Spitztenleistung auf 162 PS schiebt. Das maximale Drehmoment liegt bei 129 Newtonmeter bei 7500 U/min. Allerdings dürfte Euro 5 auch eine kleine Gewichtszunahme von drei Kilo bewirkt haben.

Die 1260 Diavel Lamborghini basiert auf dem S-Modell und übernimmt daher dessen bereits extrem edle Austattung: das komplette Elektronik-Paket mit den vielen Assistenzsystemen, das hochwertige, voll justierbare Öhlins-Fahrwerk, die fetten Bremsen und einen Quickshifter für up/down. 

Wo liegen die großen Unterschiede? Zunächst einmal beim Offensichtlichen, dem Design. Die Diavel Lamborghini bekommt den mattgrünen Farbton des Supersportwagens spendiert („Gea Green“), dazu auffällige Graphics mit dem Schriftzug „63“. Warum 63? 1963 ist das Gründungsjahr von Lamborghini. Daher auch die Limitierung: Der Sportwagen ist auf 63 Stück, die Diavel Lamborghini auf 630 Stück limitiert.

Zusätzlich zur mattgrünen Farbe brilliert die Kontrastlackierung von Rahmen und Felgen, die irgendwo zwischen Gold und Bronze angesiedelt ist – der Name dafür lautet „Oro Electrum“. Ergänzt wird die glänzende Pracht mit jeder Menge speziell geformter Teile, größtenteils mit großzügigem Einsatz von Carbon: die seitlichen Lufteinlässe am Tank, die Kühlerabdeckung, der Schalldämpfer mit Carbon-Endkappen, die Kotflügel, die Sitzbankabdeckung und der Sitzbezug sind in dieser Art nur auf der Diavel 1260 Lamborghini zu finden. Ein weiteres, absolutes Highlight sind die geschmiedeten und gefrästen Räder: Auch sie wurden in Form und Farbe vom Supersportwagen inspiriert. Ihnen ist zu verdanken, dass die Diva das leichteste Modell der Palette ist und mit 246 Kilo vollgetankt um einen Kilo weniger wiegt als die 2021er Diavel S.

Zu guter Letzt werden auch noch die Brembo-M50-Radialbremssättel in Rot eingefärbt, und wenn man die Zündung schlüssellos aktiviert, dann erscheint am TFT-Display nicht nur das Ducati-, sondern auch das Lamborghini-Logo. Zum Niederknien.

Zum Auf-die Knie-Sinken wird wahrscheinlich auch der Preis werden, der noch nicht kommuniziert wurde. Man rechne mit einem heftigen Anschlag auf das Sparkonto, könnte sich aber im Gegenzu mit einem raren und vielleicht in Zukunft wertstabilen Ausnahme-Motorrad beglücken. Zusätzlich darf man sich dann noch einen eigens gestalteten Jethelm kaufen, der Normalos gar nicht erst angeboten wird.  Würde uns nicht wundern, wenn die 630 Stück rasch im Bermudadreieck zwischen Hollywood, Arabien und Oligarchistan verschwinden. Da heißt’s wohl schnell sein, zumal die ersten Auslieferungen schon im Dezember beginnen.

 

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