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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
16.6.2021

Honda Forza 350 TestDas Leben ist Luxus

Text: Peter Schoenlaub, Fotos: Kurt Pinter

Viele Änderungen waren nicht vonnöten. Die jüngste Generation des Mittelklasse-Forza ist ja erst 2018 erschienen, damals mit einem Großaufgebot an Luxusgütern, die den edlen Honda an die Spitze seiner Klasse rückten: mit Smartkey, Traktionskontrolle, Mega-Stauraum und vor allem der elektrische Scheibe, die in diesem Umfeld sonst nirgendwo geboten wird.

Warum man doch Hand anlegte, liegt natürlich an Euro 5. Der Motor musste die neuen Grenzwerte unterschreiten und sollte dabei trotzdem keine Power verlieren. Die Lösung brachte ein dezentes, aber doch merkliches Hubraumwachstum um 50 auf 330 Kubikzentimeter. So konnte man nicht nur die geforderte Sauberkeit sicherstellen, sondern die Leistung um vier auf nunmehr 29 PS pushen. Das Drehmoment legte ebenfalls um gut vier Newtonmeter zu, der Topspeed übersteigt mit 137 Stundenkilometer erstmals die Legalitätsgrenze der heimischen Autobahn.

Was diese nüchternen Zahlen nicht erfassen, ist der Zugewinn an Fahrfreude, der sich daraus ergibt. Zum einen, weil der Motor so blitzsauber abgestimmt ist, sich von der kleinsten Drehbewegung des Gasgriffs fein dosieren lässt und in jedem Drehzahlbereich überaus kultiviert läuft; zum anderen, weil plötzlich deutlich mehr Druck zur Verfügung steht. Davon profitiert man beim Ampelstart, bei höheren Geschwindigkeiten auf der (Stadt-)Autobahn und vor allem auch beim Fahren zu zweit, wofür der große Roller mit seinem Sozius-Sofa ja prädestiniert ist.

Noch ein kleiner Einschub zur Autobahn: Wie schon Kollege Clemo beim Test des SH350i, der ja über den gleichen Antrieb verfügt, hat auch der Forza 350 ein weit über die Papierwerte hinausreichendes Engagement gezeigt. Die Tachonadel nützt ihr Potenzial voll aus und erreicht auch den angeschriebenen Maximalwert von 160 Stundenkilometer. Selbst wenn dies wiederum zu optimistisch scheint, gute und echte 145 sind alleweil möglich.

Bei solchen Speedwerten war es natürlich naheliegend, den Windschutz nochmals zu verbessern. Die Scheibe lässt sich nun um zusätzliche vier Zentimeter nach oben zoomen, wo der Wind bei Full Throttle schon merklich am Schild zerrt und zieht, aber der normalgroße Fahrer hervorragend geschützt wird. Das können Tourenbikes auch nicht besser.

Was uns hingegen nicht gelungen ist, war den WMTC-Verbrauch zu erreichen. Statt der versprochenen 3,3 Liter waren’s am Ende immer noch brave 3,9 Liter, was mit Sicherheit wohl auch unserer Freude an der neuen Performance des Forza 350 geschuldet war. Kein Beinbruch, zumal man mit dem 11,5-Liter-Tank immer noch solide 200 Kilometer erreicht, bevor die Tankleuchte zum Nachfassen mahnt.

Die übrigen Neuheiten in Form von dezenten Styling-Retuschen und eines um 1,4 Kilo leichteren Sozius-Haltegriff werden nur ausgewiesene Kenner der Materie identifizieren. Mit einer Ausnahme: Ab diesem Jahrgang beherrscht der Forza 350 auch das Thema „Connectivity“. Die Smartphone-Anbindung via Bluetooth samt Sprachsteuerung konnten wir aber leider nicht testen, da die dafür benötigte Honda-App noch nicht erschienen war.

Zuletzt noch eine kurze Schwärmerei über den Stauraum, der ja dank serienmäßigem Topcase doppelt ausfällt: Unter den Sattel passen hier nämlich zwei Integralhelme plus Kleinzeugs wie Regengewand, in das 45-Liter-Topcase nochmals zwei voluminöse Jethelme samt Visier – prächtiger und funktionaler geht’s kaum; dazu kommt noch ein ebenfalls üppiges Staufach in der linken Verkleidung. All das lässt sich völlig friktionsfrei und alltagskomfortabel über den Smartkey ent- und verriegeln. So geht Luxus.

HONDA FORZA 350

1-Zyl.-SOHC-4V, flüssig gekühlt • 330 ccm • 29 PS • 31,5 Nm • Sitzhöhe: 780 mm • Tankinhalt: 11,5 l • Reifen: 120/17-15 und 140/70-14 • Gewicht, vollgetankt: 184 kg • Topspeed: 137 km/h • Testverbrauch: 3,9 l/100 km • Connectivity, TC, Smartkey, el. Scheibe etc. • € 6790,– (inkl. Topcase)

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