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Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
7.12.2021

Triumph Tiger 1200 2022Voller Angriff auf BMW GS

Bei den sonst so diplomatischen, eleganten Engländern nimmt man sich beim Vorgeplänkel zu einem eiskalten Duell offensichtlich doch kein Blatt vor den Mund. Das haben wir zumindest dem britischen Hersteller Triumph ein Alzerl zynisch attestiert, nachdem wir soeben der Pressekonferenz anlässlich der brandneuen Tiger-1200-Modellgeneration beigewohnt haben: Ausgerechnet während dieser großen Stunde für die engagierte Mannschaft aus Hinckley wurde kaum ein anderer Begriff öfter ausgesprochen als „BMW GS“. Erstaunlich detailreich wurde aufgezählt, weshalb die neue Tiger-1200-Palette besser sei als das deutsche Boxer-Universaltalent.

Die Mission für die runderneuerten, hubraumstarken Raubkatzen steht damit unmissverständlich fest: endlich das Revier der bayrischen Reiseenduro-Marktführerin erobern. Stolz betont Triumph, dass die neuen Tiger-Modelle über 14 PS mehr Leistung verfügen als der erklärte Erzfeind R 1250 GS, außerdem je nach Variante zwischen 9 und 17 Kilo leichter sind und mit vergleichbarer Ausstattung obendrein (etwas) weniger kosten. Eine starke Ansage, die wir zum aktuellen Zeitpunkt natürlich mangels Test- und Vergleichsmöglichkeit noch nicht zweifellos verifizieren können. Doch die Karten, die Triumph aktuell auf den Tisch gelegt hat, sind zweifellos stark.

Fünf Versionen umfasst die Tiger 1200 Familie: Die drei GT-Modelle (GT und GT Pro mit 20-Liter-Tank, GT Explorer mit 30-Liter-Tank) sind mit Alugussrädern in 19 Zoll vorne und 18 Zoll hinten und Metzeler Tourance Bereifung maßgeschneidert für den Einsatz auf der Straße. Die zwei Rally-Varianten (Rally Pro mit 20-Liter-Tank und Rally Explorer mit 30-Liter-Tank) mit schlauchlosen Drahtspeichenrädern in 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten, bereift mit Metzeler Karoo Street, wollen auch ausgedehnte Abenteuer abseits des Asphalts ins Visier nehmen. 

Beide Explorer-Topmodelle der Palette wurden auf maximalen Komfort bei Langstrecken getrimmt und verfügen über ein „Blind Spot“ Radarsystem (Totwinkelwarner) von Continental. Der Spurwechselassistent gibt eine deutlichere Warnung aus, wenn der Pilot anzeigt, dass er die Spur wechseln möchte und sich ein anderes Fahrzeug nähert. Die GT Explorer und die Rally Explorer punkten außerdem mit beheizbaren Fahrer- und Soziussitzen sowie einem Reifendruckkontrollsystem,

Die neue T-Plane-Kurbelwelle soll nun auch bei den 1200ern alle Vorteile bieten, die die Tiger 900 in der Mittelklasse erfolgreich gemacht haben: Die Kombination von kräftigem Antritt à la Zweizylindermotor im unteren Bereich mit den Leistungsvorteilen eines Dreizylinders im oberen Tourenbereich. Technisch gesehen zündet der neue Tiger-1200-Motor in Abständen von 180, 270 und wiederum 270 Grad Kurbelwellenwinkel. Das soll für einen unverwechselbaren Charakter und ein spürbares Plus an Traktion in niedrigen Drehzahlen sorgen. 

Der neue 1160-Kubik-Drilling protzt mit 150 PS Spitzenleistung bei 9.000 U/min (9 PS mehr als bisher)  und 130 Newtonmetern Maximaldrehmoment bei 7.000 U/min (plus 8 Newtonmeter). Abgerundet wird der Antriebsstrang durch den neuen, leichten und laut Triumph wartungsarmen Kardanantrieb, der bekanntlich vor allem von Reiseenduro-Fans sehr geschätzt wird. 

Im Vergleich zur vorherigen Motorgeneration soll kein Stein auf dem anderen geblieben sein. Bohrung und Hub, Kurbelwelle, Zylinderkopf, Getriebe und Kupplung sowie der Kardanantrieb, das Kegelradgetriebe und der Schalldämpfer wurden überarbeitet, jedes einzelne Bauteil soll deutlich leichter und kompakter konstruiert worden sein.

Mehr als 25 Kilo soll die Tiger 1200 im Vergleich zu ihrem Vormodell abgespeckt haben, je nach Modell stehen fahrfertig 240 (GT) bis 261 Kilo (Rally Explorer) am Datenblatt. Alle Tiger 1200 Modelle sind mit hochwertigen Brembo Stylema Bremsen ausgestattet. Die Bremsleistung wird durch ein „Optimised Cornering“ Kurven-ABS geregelt, über das ebenfalls alle neuen Modelle verfügen. Die in der Griffweite einstellbaren Handhebel stammen von Magura. Auf eine schräglagensensitive Traktionskontrolle wurde bei der Tiger-1200-Familie ebenfalls nicht vergessen.

Der neue Rahmen der Tiger 1200 ist laut Triumph nun 5,4 Kilo leichter als jener des Vorgängermodells. Man habe auf Kundenwünsche reagiert: Der Alu-Heckrahmen sei nun ebenso geschraubt wie die Halter der Soziusfußraster. Weitere Gewichtseinsparungen ergeben sich wohl aus dem modifizierten Aluminiumtank und der komplett neuen Dreigelenkschwinge, die satte 1,5 Kilo leichter und dazu stabiler sein soll als die bisherige Einarmschwinge. 

Alle Tiger 1200 Versionen verfügen über eine neue Sitz- und Tankergonomie, bei der der zweistufig um 20 Millimeter höhenverstellbare Sitz im vorderen Bereich schlanker gestaltet wurde. Für GT, GT Pro und GT Explorer sind wahlweise 850 oder 870 Millimeter Sattelhöhe möglich, bei Rally Pro und Rally Explorer 875 oder 895 Millimeter. Durch eine als Zubehör erhältliche, niedrige Sitzbank können Kunden die Sitzposition optional um weitere zwei Zentimeter absenken.

In Sachen Windschutz kommt eine Plexiglasscheibe mit Einhand-Verstellmechanismus und Aero-Diffusoren zum Einsatz. Der Lenker wurde 20 Millimeter verbreitert, bei der GT Explorer und der Rally Explorer ist das Steuerrohr außerdem 16 Millimeter höher als bei den anderen drei Modellen. Die Position der Fußrasten will man in Hinckley ebenfalls verfeinert haben.

Handprotektoren sind bei allen fünf Modellen ab Werk Standard. Ein Alu-Motorschutz ist bei GT Pro und GT Explorer serienmäßig, während ein größer dimensionierter Alu-Ölwannenschutz bei Rally Pro und Rally Explorer zur Standardausstattung gehört. Zusätzlichen Schutz bieten bei der GT Explorer und den beiden Rally-Varianten außerdem die Motorschutzbügel, während die Rally Explorer auch mit Tankschutzbügeln ausgestattet ist. Selbstverständlich können sämtliche genannten Teile als Zubehör bei allen Modellen nachgerüstet werden.

Alle wichtigen Informationen werden auf einem neuen 7-Zoll-TFT-Instrument angezeigt, das mit neuem Grafikdesign aufwarten kann. Das „My Triumph“ genannte Connectivity-System ist ebenfalls ab Werk in allen Modellen enthalten und ermöglicht Telefonate, Pfeil-Navigation und GoPro-Steuerung. Die Armaturen haben beleuchtete Schalter, das Staufach unter dem Sitz kann mit USB-Ladebuchse aufwarten. 

Je nach Modell stehen bis zu sechs Fahrmodi (Straße, Regen, Sport, Rider-konfigurierbar, Offroad und Offroad Pro) zur Verfügung, die die Gasannahme, das ABS, die Traktionskontrolle und das elektronische, semiaktive Showa-Fahrwerk modulieren. Der „Offroad Pro“ Fahrmodus mit ausgeschalteten Assistenzsystemen und einer Offroad-Drosselklappensteuerung ist exklusiv den Modellen Rally Pro und Rally Explorer vorbehalten. Der Regenmodus begrenzt die Maximalleistung auf 100 PS. 

Neben dem Voll-LED-Scheinwerfer mit markantem Tagfahrlicht sorgt ein adaptives Kurvenlicht für zusätzliche Sichtbarkeit und bessere Ausleuchtung von nächtlichen Bergstraßen. Ein Feature, das bei allen Modellen außer der Tiger 1200 GT zur Serienausstattung gehört. Ausschließlich ihr bleiben auch Berganfahrhilfe, Tempomat, Hauptständer und Heizgriffe ab Werk verwehrt – immerhin profitiert selbst das puristische Basismodell vom serienmäßig montierten Quickshifter mit Blipper-Funktion. 

Für alle Modelle der Tiger 1200 Reihe gelten üppige 16.000 Kilometer Wartungsintervall, die Fahrzeuge sollen ab April 2022 bei den Händlern verfügbar sein. 

Farben:

Rally Pro, Rally Explorer: Snowdonia White / Sapphire Black / Matt Khaki 
GT Pro, GT Explorer: Snowdonia White / Sapphire Black / Lucerne Blue
GT: Snowdonia White

 

Preis:

Modell

Deutschland*

Österreich**

GT

ab 17.750 €

ab 20.450 €

GT Pro

ab 19.950 €

ab 22.950 €

Rally Pro

ab 20.950 €

ab 23.950 €

GT Explorer

ab 21.450 €

ab 24.650 €

Rally Explorer

ab 22.450 €

ab 25.700 €

*) zzgl. Nebenkosten / **) inkl. Nebenkosten u. NOVA

 

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BILDERGALERIE TIGER 1200 GT PRO: 

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BILDERGALERIE TIGER 1200 GT EXPLORER: 

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BILDERGALERIE TIGER 1200 RALLY PRO: 

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BILDERGALERIE TIGER 1200 RALLY EXPLORER: 

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