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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
28.7.2023

Erwischt: KTM RC 990 und RC 390Es lebe der Sport!

Schon kurz nachdem KTM im Jahr 2015 die Produktion des damaligen Supersport-Flaggschiff RC8 einstellte, wurden bei Kunden Wünsche nach einer Nachfolgerin laut. Dennoch wird es noch dauern, bis eben diese Wünsche von den Mattighofenern auch erhört werden. Zwar wurde bereits 2021 der Zuspruch nach solch einem Modell getestet, in dem gemeinsam mit Krämer Motorsport die RC 8C aufgelegt wurde, einem Track Bike ohne Straßenzulassung. Doch obwohl die Resonanz beeindruckend war (die erste Auflage war binnen Minuten ausverkauft, sodass 2022 eine zweite Auflage zum Verkauf kam), wird es wohl noch etwa eineinhalb Jahre dauern, bis wieder ein tatsächlich straßentaugliches Sportbike aus Mattighofen kommen wird.

Als Basis wird dafür die weiterentwickelte 890 Duke dienen, deren LC8c-Reihentwin dann auf ca. 950 ccm Hubraum angewachsen sein wird und die dann entweder als 950 oder 990 Duke die Nachfolge der aktuelle Mittelklasse-Naked angetreten haben wird. Auf dieser aufbauend wird, voraussichtlich im Frühjahr 2025, ein Mittelklasse-Sportbike vorgestellt, dass der Nomenklatur der Mattighofener entsprechend RC 950 oder RC 990 heißen dürfte.

Die Zeit für ein solches Modell scheint günstig zu sein: KTM ist in der imageträchtigen MotoGP langsam auf dem aufsteigenden Ast und das Mittelklasse-Sportsegment ist dank Aprilia RS660, Ducati Panigale V2 am oberen Ende und Yamaha R7 am unteren wieder stärker in den Mittelpunkt der Wahrnehmung gerückt. Vor allem die beiden Italienerinnen bilden auch die Referenz für die Zweizylinder-RC, zumindest deuten darauf Sichtungen von Erprobungsfahrten in den letzten Monaten hin.

Fotos vom aktuellen Stand von Prototypen-Maschinen zeigen, dass sich das Design dabei immer näher einem möglichen Serienstand annähert. So trägt die Front zwar noch eine gefakte Lampeneinheit, doch das Styling an sich zeigt unverkennbare Anleihen an RC 8 und RC 8C, und auch das MotoGP-Bike RC 16 glaubt man an einigen Details zu erkennen.

Unnötig zu erwähnen, dass auch die RC 990 dem aktuellen Trend folgen wird und an der Front abtriebsfördernde Winglets zur Schau trägt. Auch am Heck scheint bereits das fertige Design erkennbar zu sein: Eine Hybridlösung aus Aluguss und Kunststoff scheint hier vor allem dem Ziel Leichtbau Rechnung zu tragen und ist optisch sehr bullig ausgearbeitet. Unter der Verkleidung steckt in erster Linie ein überarbeiteter Rahmen aus der 890 Duke R, in welchem eine stark überarbeitete Variante des LC8c genannten Reihentwin verbaut ist.

Diese hat mit der aktuellen Ausbaustufe kaum noch etwas gemein und wird, resultierend aus einer stark überarbeiteten Grundkonstruktion mit geändertem Block, neuen Zylindern und neuer Ölschmierung voraussichtlich auf einen Hubraum von 951ccm anwachsen, wobei die Leistung wohl auf über 140 PS steigen wird. Das Fahrwerk teilt sich die RC 990 ebenso weitestgehend mit der künftigen 990 Duke und übernimmt zum Beispiel ihre neue Schwinge, erlaubt sich jedoch Eigenheiten bei der Fahrwerksgeometrie und den Bremsen.

Bildergalerie Prototyp KTM RC 990

Mit einem ähnlichen Rezept, jedoch technisch weitaus simpler, wird KTM ungefähr zur gleichen Zeit die neue RC390 präsentieren und diese soll künftig vom Image der großen Schwester profitieren. Sie teilt sich auch künftig die Technik mit der aktuellsten 390 Duke und wird auch weiterhin als 125-ccm-Modell erhältlich sein. Wenn man aktuelle Fotos von Prototypen richtig deutet wird sie stilistisch vor allem Anleihen bei ihrer zweizylindrigen großen Schwester und auch auch Elemente des MotoGP-Boliden RC16 übernehmen.

Die tiefgreifendsten Neuerungen erfährt künftig vor allem die Technik: So wie auch die gesamte Familie der Einstiegsmodelle, also 125 und 390 Duke, 390 Adventure und auch die neue 390 Enduro, werden RC 125 und RC 390 auf der Plattform basieren, die um den komplett neu entwickelten „LC4c“ getauften Einzylinder mit Hubraumgrößen zwischen 125 und knapp unter 400 ccm herumgestrickt sind. Damit einher geht auch ein gänzlich neu gestrickter Rahmen, ein neues Auspuffsystem, um das sich eine neue Schwinge windet. Vorderradgabel und Bremsen sind ebenfalls neu. Der Heckrahmen wird, wie auch bisher, spezifisch für die RC-Modelle entwickelt und bleibt diesen vorbehalten.

Äußerlich unterscheidbar sind RC 125 und RC 390 vor allem an unterschiedlichen Vorderradbremsen und am Volumen des Sammlers. Zusätzlich zu den beiden bekannten Varianten wird wohl auch Schwestermarke GasGas künftig eine angepasste Version der kleinen RC auf den Markt bringen. Wann das der Fall sein wird und wie tiefgreifend die Änderungen zur KTM sein werden ist jedoch bislang noch Spekulation.

Klar ist jedoch vor allem eines: Nach zehn Jahren, in denen KTM sich bei seinen Straßenmodellen vor allem mit Großenduros und Naked Bikes beschäftigt hat, werden künftig auch Sportmotorräder eine größere Rolle spielen.

Bildergalerie Prototyp KTM RC 390 

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