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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
13.2.2025

Neu: Ducati XDiavel V4Powercruiser reloaded

Ducati war extrem fleißig, hat in den vergangenen Monaten bereits ein Füllhorn an Neuheiten über uns ergossen. Jetzt folgt das im wahrsten Wortsinn große Finale der 2025er-News: die XDiavel V4.

Der große und erwartete Unterschied zum bisherigen Modell liegt natürlich im Antrieb. Der große V2 hat endgültig ausgedient und wird durch den Granturismo V4 ersetzt – genauso, wie dies im Modelljahr 2023 schon bei der Diavel der Fall war. Die Spezifikationen des Motors sind auch deckungsgleich mit jenen des Schwestermodells: Der V4 leistet 168 PS und ist für ein maximales Drehmoment von 126 Nm bei 7500 U/min gut. Im Vergleich zum Vorgängermodell bedeutet dies ein Plus von acht PS und ein kleines Minus von einem Newtonmeter.

Auch der Rahmen wird, wie vor zwei Jahren bei der Diavel, im Zug des Motortauschs umgestellt: von einem Stahl-Gitterrohr-Konzept auf ein Alu-Monocoque. Dank dieser und ein paar weiterer Änderungen konnte das Gewicht gesenkt werden: von bislang 250 Kilo fahrfertig auf 244 Kilo. Im Vergleich zur Diavel V4 entspricht dies einem Plus von nur acht Kilo.

Auch wenn der charakteristische Gitterrohrrahmen nun wegfällt, ein paar gewohnte Design- und Technik-Merkmale bleiben erhalten – insbesondere die herrliche Alu-Einarmschwinge mit dem fetten 240er-Hinterreifen (Pirelli Diablo Rosso III) und besonders schön gemachten Rädern. Sie sind nun als „Stern-Motiv“ ausgeführt und wie bisher mit glänzenden, gefrästen Kanten versehen ... echte Eyecatcher.

Auch das grundsätzliche Layout bleibt erhalten: Der lange Radstand, die niedrige Sitzhöhe (770 Millimeter), die ingesamt sehr elegante, gestreckte Silhouette. Im Gegensatz zur extrem bullig und gedrungen wirkenden Diavel V4 macht die XDiavel V4 trotz des großen 20-Liter-Tanks einen eleganteren, eigentlich schlankeren Eindruck. 

Noch ein schneller Blick auf die Fahrwerkskomponenten: Vorne finden wir eine mächtige 50er-USD-Gabel, die wie das Federbein hinten voll einstellbar ist. Auch die Bremsscheiben vorne sind mächtig: 330er-Disks sind mit supersportlichen Brembo-Stylema-Sätteln bestückt. 

Aritkelbild zum Artikel: Test Ducati Diavel V4

Test Ducati Diavel V4

Erster Test mit der Ducati Diavel V4 auf der Bergrennstrecke von Jabel Hafeet in Abu Dhabi. Schnell bei Nacht und noch schneller bei Tag. Die V4 ist weniger böse, aber besser.

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Kleine Anpassungen hat Ducati dennoch bei der Ergonomie vorgenommen. Der Lenker liegt im Vergleich zur 1260 etwas tiefer und näher beim Fahrer, zusätzlich wurde der Fahrersitz eine Spur breiter und deutlich aufgepolstert, nämlich um satte 58 Millimeter.

Auch die Sozia/der Sozius bekommt ein massiv aufgewertetes Plätzchen zugewiesen. Er soll um 30% breiter, um 50% länger und um 25 Millimeter dicker gepolstert worden sein, ein Haltegriff ist zudem Standard. Wer allerdings lieber allein unterwegs ist und einen noch cooleren, reduzierteren Look bevorzugt, der kann die XDiavel einfach entsprechend abrüsten.

Mehr Fahrkomfort verspricht man auch durch eine Verlängerung des Federwegs am Heck von 25 Millimeter. Insgesamt wirkt die Sitzposition auf den Fotos jedenfall ziemlich entspannt.

Der besondere Reiz der XDiavel V4 ensteht weiterhin aus dem Kontrast zwischen dem Habitus eines Cruisers und den Fahrleistungen eines Drag Racers. Speziell imposant sollen die realisierbaren Beschleunigungswerte sein: Mit dem langen Radstand, dem fetten Hinterreifen und dem Moach des Motors verspricht Ducati einen Null-auf-Hundert-Zoom in unter drei Sekunden. Eine serienmäßige Launch Control soll das hoppalafreie, wiederholbare Abrufen dieses Raketenstarts ermöglichen.

Stichwort Hightech: Die XDiavel V4 bringt natürlich alles mit, das man sich heutzutage in dieser Liga erwarten darf. Serienmäßig sind an Bord: Kurven-ABS, Schräglagen-Traktionskontrolle, Wheelie-Control (tatsächlich!), dazu drei Power-Modi, vier Fahrmodi, ein Tempomat, der Quickshifter (up/down) und die schon erwähnte Launch Control. Bedient wird alles über hinterleuchtete Lenkerschalter, ablesbar werden die Einstellungen auf einem 6,9-Zoll-TFT-Display. Connectivity ist auch noch dabei, für die Pfeil-Navi-Funktion muss man aber aufzahlen.

Aufzahlen, noch ein Stichwort. Customizing ist natürlich in der Cruiser-Welt ein großes Thema, deswegen stehen auch für die XDiavel V4 jede Menge Optionen parat. Ein paar Beispiele: halbfeste Seitentaschen (48 Liter), zwei verschiedene Scheiben (Tour/Sport), eine Sozius-Rückenlehne, Zusatzscheinwerfer, Heizgriffe, alternative Sitze (höher/niedriger), Schmiederäder, ein Titan-Endschalldämpfer und natürlich zahlreiche Carbon- oder Frästeile.

Interessant: Im Gegensatz zur XDiavel 1260 beschränkt sich Ducati bei der XDiavel V4 auf nur eine Version. Möglich allerdings, dass noch eine S-Variante nachgereicht wird; auf jeden Fall rechnen wir in Zukunft wieder mit exklusiven Sondermodellen. Am Anfang jedoch stehen nur zwei Varianten zur Wahl: die Lackierungen Black Lava und Burning Red, beide völlig neu und mit schimmernden Metallic-Effekten versehen.

Die neue Ducati XDiavel V4 soll im Mai 2025 bei den Händlern stehen. Ein Preis ist momentan noch offen. 

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