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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
24.10.2025

Neu: Kawasaki KLE500Das Leben ist eine Rallye

Genau 35 Jahre ist es her, seit Kawasaki mit der KLE500 einen Allrounder brachte, der ein wenig Gelände mit Alltagsnutzen und sogar etwas Reisekomfort verband. Von 1991 bis 2007 blieb das Modell im Programm, dann war endgültig Schluss. Der Staffelstab wurde von der damals brandneuen Versys 650 übernommen und weitergetragen.

Doch jetzt scheint die Zeit reif für ein Revival, allerdings unter anderen Vorzeichen. Der aktuelle Offroad-Boom mit Abenteuern auf ACT und TET führt dazu, dass leichte, günstige Offroader hoch im Kurs stehen. Motorräder, mit denen man zwar keinen Hardenduro-Trail absolvieren kann, aber die einem das Leben auf anspruchsvollen Schotterpassagen erleichtern – und die man sich aufgrund moderater Preise auch als Zweitmotorrad für diese Zwecke in die Garage stellen kann.

Die neue Kawasaki KLE500 will ein genau solches Motorrad sein. Ihren Abenteuer-Fokus symbolisiert sie bereits durch ihre hohe, aufragende Front, ihr 21-Zoll-Vorderrad, Speichenräder und nicht zuletzt durch ihre Hochbeinigkeit, gestreckt durch lange Federwege von 210 Millimeter vorne und 200 hinten. Die Federlemente sind simpel, aber wohl ausreichend für ihren Zweck: Vorne wird eine KYB-USD-Gabel mit Cartridge-Technologie verbaut, hinten ein Uni-Trakl-Federbein (Umlenklösung), das in der Vorspannung verstellbar ist. Der Vollständigkeit halber noch die genauen Raddimensionen: 90/90-21 und 140/70-17. Als Reifen wurden japanische IRC Trail Winner gewählt.

Beim Fahrwerk werden keine Sperenzchen gemacht: Hier kommt eine solide Stahl-Gitterrohrkonstruktion zum Einsatz, am Heck findet sich eine robuste Stahl-Kastenschwinge. Für den Antrieb greift Kawasaki ins Regal und holt den bekannten 451-Kubik-Parallel-Twin hervor. Er verrichtet etwa in der Z500 und der Eleminator 500 seinen Dienst und wurde von uns schon für sein gutes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen gelobt – eine Eigenschaft, die man im Gelände ganz besonders schätzen wird. Einen Leistungswert schuldet uns Kawasaki noch, aber wir gehen von den Werten der Z500 aus: 45 PS bei 9000 U/min, 43 Newtonmeter bei 6000 U/min.

Keine Überraschung bei den Bremsen: Eine 300er-Scheibe vorne interagiert mit einer 2-Kolben-Zange, hinten wird eine 230er-Scheibe mit 1-Kolben-Zange verbaut. Das ABS kommt von Nissin und lässt sich für den Geländeeinsatz vollständig deaktivieren.

Stichwort ABS: Das wär’s auch schon mit Assistenzsystemen. Eine Traktionskontrolle, Fahrmodi, Quickshifter und ähnliches wird nicht angeboten. Lediglich die Kupplung wird mit einer Assist- und Rutschfunktion ausgerüstet.

Die schmalen, dreiteiligen LED-Scheinwerfer kennen wir natürlich auch schon: Sie werden von Kawasaki mittlerweile bei der Z500, der neuen Z650 S sowie der Z900 eingesetzt und hier natürlich in eine neue Verkleidung eingepackt – sehr stilvoll, muss man sagen.

 

 

Kommen wir zur Ausstattung, die zweistufig gestaltet wurde: Es gibt ein Basismodell und die SE-Variante. Das Basismodell ist auschließlich in Metallic Carbon Gray zu haben und besitzt einen kurzen Windschild, der allerdings auch bereits in drei Höhen verstellbar ist (gesamt um 55 Millimeter). Hinter dem breiten Lenker finden wir ein LC-Display, das trotz der simplen Erscheinung schon mit Kawasakis Rideology-App am Smartphone kommunizieren kann. Die Sitzbank ist zweiteilig; wer einen schlankeren Look im Rallye-Style bevorzugt, kann den etwas erhöhten Soziussitz gegen ein flacheres Teil tauschen, womit sich der Eindruck einer einteiligen Sitzbank ergeben soll. Handschützer fehlen hier, der Motor-Unterfahrschutz ist knapp gehalten. 

Die Kawasaki KLE500 SE wiederum ersetzt das LC- durch ein TFT-Display, natürlich ebenfalls mit Connectivity. Handschützer sind Standard, genauso LED-Blinker, der höhere Windschild und ein robusterer, größerer Motorschutz. Die SE-Variante wird 2026 in drei Farben angeboten: Metallic Bluish Green, Pearl Storm Gray und Pearl Blizzard White. Die letzten beiden Varianten verfügen außerdem über eine metallisch-grüne Lackierung des Gitterrohrrahmes.

Einige Zubehörteile wurden bereits namentlich erwähnt und sind teilweise auf den Fotos abgebildet: Sturzbügel, Hauptständer, Kühlerschutz, Heizgriffe, USB-C, LED-Zusatzscheinwerfer. Seitenkoffer und Topcase soll es ebenfalls geben.

Der Marktstart der Kawasaki KLE500 ist für Saisonbeginn 2026 angesetzt. Die Preise werden nachgereicht.

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