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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
17.7.2018

Honda Forza 125 und 300 TestKleiner Motor, größter Luxus

An der K.OT d'Azur, in Nizza und Monaco präsentierte Honda seine Kleinsten mit der größten Ausstattung. Mehr Luxus dürfte es in diesen Klassen momentan nicht geben und der Marktführer setzt alles daran, dass das auch so bleibt. Das bedeutet: Zu den 5 Sternen kommt jetzt das Plus.

Honda Forza 125 2018
: Wieviel Luxus verträgt ein 125er?
Honda hat diese Frage mit dem Forza überaus erfolgreich beantwortet und seit seiner Einführung insgesamt 30.000 Stück verkauft. Das ist gerade deshalb beeindruckend, weil das in Italien gebaute Modell ausschließlich für den europäischen Markt bestimmt ist. Auch oder gerade Autofahrer sind anscheinend bereit, für viel Prestige und Fahrkomfort eine nicht unerhebliche Summe Geld über den Tresen wandern zu lassen, selbst wenn die Motorleistung nur 15 PS beträgt. Dafür möchte ihnen der größte Motorradhersteller der Welt die Alternative zum überdachten Zweispurigen so angenehm wie möglich machen. Wer auf der ausladenden Sitzbank mit Beckenstütze Platz nimmt, hat deshalb nicht gleich das Gefühl, auf einem Roller zu sitzen. Die zwei Rundinstrumente mit einem vergrößerten, mittig platzierten LC-Display erinnern nicht zufällig an den Innenraum eines PKWs und informieren den Fahrer über zahlreiche Werte, die man über gleich zwei Buttons anwählen kann. Diese Doppelbesetzung wäre nicht notwendig gewesen, doch vermutlich musste man einem verwaisten Knopf eine Funktion zuweisen. Ein paar Teile hat man doch von anderen Modellen übernommen, so finden sich auch zwei zugestoppelte Spiegelaufnahmen am Lenker.

Doch angesichts der gediegen Gestalt des Italo-Japaners sind solche kleinen Schönheitsfehler schnell verschmerzt. Es würde uns nicht wundern, wenn das Design seine Inspiration bei dem einen oder anderen Sportwagen gefunden hätte. Besonders der in die sportlich-elegante Verkleidung geduckte Vorderreifen und die schnittigen Felgendekore könnten darauf hindeuten. So wäre jedenfalls wieder die Verbindung zum Auto hergestellt. Natürlich fährt sich der Forza nicht wie ein Auto, sondern besser. Der in der hinteren Hälfte etwas bauchige Körper, das Gewicht von 162 Kilogramm (zum Vergleich SH125i: 137 Kilo) und ein Radstand von 1490 Millimeter lassen einen behäbigen Bewegungsapparat vermuten; doch der Forza schwingt leichtfüßig und elegant durch verkeilte Blechkolonnen, bahnt sich geschmeidg seinen Weg und begeistert jenseits der Stadtmauern sogar noch bei Topspeed 108 km/h mit einer Laufruhe und Stabilität, dass tatsächlich nur noch der Fahrtwind ans Rollern erinnert. Cool und in der dieser Klasse eine Sensation ist der elektrisch verstellbare Windschild, der sich so schnell bewegt wie die Handkante eines Karatekas, doch für meine Größe von 1.80 Metern war er leider nicht hoch genug und mein Bart wurde bis zur Unkenntlichkeit zerwirbelt.

Den etwas dicken, aber gekonnt kaschierten Hintern braucht der Forza klarerweise nicht für den Motor, sondern für den Stauraum. Die wie der Tankdeckel auf Knopfdruck zu öffnende Sitzbank offenbart ein nochmals um 2 Liter angewachsenes Ladevolumen, das bis zu zwei Integralhelme plus Kleinzeug schluckt. Persönliche Gegenstände wie Handy, Geldbörse oder Sturmhaube für Bankgeschäfte verstaut man bequem im Handschufach links vorne, das zwar nicht versperrbar ist, aber eine 12V-Steckdose beherbergt - und vielleicht den Schlüssel, den man deshalb dort nicht vergessen sollte. Ist er in der Nähe, kann über einen Drehknopf in der Mitte entweder die Schließfunktion von Tankdeckel und Sitzbank, die Zündung oder die Lenkradsperre aktiviert werden. 

Ein weiteres technisches Feature ist die Start-Stopp-Automatik, die exklusiv für den 125er und nicht für den 300er angeboten wird. Diese funktioniert nicht nur hervorragend und ermöglicht einen praktisch verzögerungsfreien Start aus dem Stand, sondern kann auf Wunsch über einen Knopf am rechten Lenkerende deaktiviert werden. Vorbildlich sind auch die Bremsen und das angenehm straff abgestimmte Fahrwerk, die gemeinsam für ein hohes Sicherheitsgefühl sorgen und den kleinen Roller selbstbewusster und kräftiger auftreten lassen, als er es eigentlich ist. Denn der 4-Ventiler ist zwar in dieser Klasse bei Honda einzigartig, aber mehr als brave Fahrleistungen können wir ihm nicht attestieren. Weshalb ich persönlich (und als A-Schein-Besitzer) zum 300er greifen würde...
Honda Forza 300: Luxus braucht Leistung. Zwei gute Gründe, warum der 300er besser ist als der 125er: Aus 279 Kubik holt der Einzylinder um 70 Prozent mehr Leistung und mehr als das Doppelte an Drehmoment wie aus dem Achtelliter. Das bedeutet eine standesgemäße Beschleunigung, die kurz überlegte, risikofreie Überholmanöver ermöglicht. Einziger Nachteil der größeren Kubatur ist ein überraschendes Mehrgewicht von 20 Kilogramm, somit wiegt der 300er mit vollem 11,5-Liter-Tank 182 Kilo (obwohl er im Vergleich zum Vorgängermodell um 12 Kilo abgespeckt hat). Das fällt allerdings nicht weiter auf, der große Bruder behält sich die Agilität und Umgänglichkeit des kleineren. Seine Sitzhöhe beträgt nun ebenfalls 780 Millimeter, der Radstand ist um 20 Millimeter länger, doch die äußeren Abmessungen bleiben gleich - wie auch der Stauraum von 53,5 Litern.

Mit 25,2 PS und 27,2 Nm ist man selbstverständlich schneller am Ziel, nämlich bis zu 129 km/h schnell, doch muss man schon nach ca. 375 Kilometern tanken und nicht erst nach 500 wie beim Forza 125. Auch der Motor ist nicht ganz so unauffällig, doch immer noch vorbildlich kultiviert, selbst bei höheren Drehzahlen. Irgendwie hat man das Gefühl, die luxuriöse Ausstattung hätte sich diese Leistungsdaten und Performance verdient. Auf die Start-Stopp-Automatik muss man beim 300er verzichten, dafür bekommt man eine abschaltbare Traktionskontrolle, die ich allerdings selbst bei Regen nicht gebraucht habe. Und die Michelins ersetzt Honda durch Pirellis. Den Hauptständer gibt's bei beiden serienmäßig, Heizgriffe und Topcase (mit Zentralverriegelung) nur optional.

Top-Qualität, Top-Design und Top-Ausstattung - eine Dreifaltigkeit, die man im Rollersegment nur selten antrifft. Doch Honda hat mit der Einführung des Forza besonders in der Achtelliter-Klasse Maßstäbe gesetzt und das Premium-Produkt sogar noch aufgewertet. Motorisch wird eher der 300er dem gehobenen Gesamtcharakter gerecht, doch auch mit dem 125er bekommt man einen schnellen und eleganten Stadt- und Landflitzer auf 5-Stern-Plus-Niveau.
Farben Honda Forza 2018 Österreich:
- Matt Carnelian Red/Pearl Nightstar Black (neu)
- Matt Pearl Cool White/Matt Cynos Grey Metallic (neu)
- Matt Lucent Silver Metallic/Matt Pearl Pacific Blue

Preis Honda Forza 125 2018 Österreich:
€ 5090,– verfügbar ab 2. Julihälfte 2018

Farben Honda Forza 300 2018 Österreich:
- Crescent Blue Metallic
- Matt Cynos Grey Metallic
- Matt Pearl Cool White

Preis Honda Forza 300 2018 Österreich:
€ 5890,– verfügbar ab Anfang August 2018
Motorrad Bildergalerie: Honda Forza 125 und 300 Test

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BMW C 400 GTMIT SACK UND PACK

Bereits 2011 hat BMW mit C 650 Sport und C 650 GT zwei Maxi-Scooter für verschiedene Einsatzbereiche auf den Markt gebracht, jetzt wird das bewährte Dual-Konzept auch in der Roller-Mittelklasse umgesetzt: der im Herbst 2017 präsentierte, bei Loncin in China gefertigte Midsize-Scooter C 400 X (unser Fahrtest hier) bekommt 2019 eine „Gran-Turismo“-Variante zur Seite gestellt. 

Motorisch basiert der brandneue, tourentaugliche C 400 GT erwartungsgemäß auf seiner X-Schwester. Auch im Stahl-Gitterrohrrahmen des GT-Modells pulsiert der Euro4-konforme 350-Kubik-Einzylinder mit 34 PS, 35 Nm, Ausgleichswelle und stufenlosem CVT-Getriebe. ABS und Anti-Schlupfregelung sind ab Werk mit an Bord, außerdem kommt der C 400 GT serienmäßig mit Keyless-Go-System: es bedient Zündung, Lenkschloss, Sitzbank, Tankdeckel und Staufächer. Der neue, 212 Kilo schwere Midsize-Scooter wird außerdem mit Seiten- und Hauptständer geliefert.
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5.11.2018

Yamaha 3CT
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Yamaha 3CT PrototypDer nächste Dreiradler!

Yamaha hat offenbar Gefallen an Fahrzeugen mit drei Rädern gefunden und präsentiert nach dem Tricity und der Niken ein weiteres Konzept. Diesmal geht’s wieder um den urbanen Bereich, allerdings eine Stufe über dem Tricity mit nur 125 Kubik. Die Studie 3CT verfügt über den Blue-Core-Einzylinder mit 300 Kubikzentimeter, der auch den XMAX 300 antreibt. Zusätzlich besitzt der Dreiradler erstmals bei Yamaha ein System zur Neigungsverriegelung – so wie der Urvater aller modernen Dreirad-Roller, der Piaggio MP3. Bleibt man an der Ampel stehen, dann muss man den Fuß gar nicht mehr auf den Asphalt setzen. 

Dass diese Studie in absehbarer Zeit serienreif wird, halten wir für ziemlich gesichert. Doch wann und wie genau – diese Fragen sind derzeit noch offen ...
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