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1.2.2018

Triumph Speedmaster TestGute Gene

Damit keine Missverständnisse aufkommen: ihren schnellen Titel “Speedmaster” verdient der neueste Bonneville-Ableger von Triumph nicht so richtig - dafür kratzen seine Fußraster zu früh über den Asphalt. Trotzdem beeindruckt die Britin mit meisterlicher Gelassenheit in allen Schräglagen. Während der Motorradmagazin-Testfahrt konnten wir trotz kommod abgestimmter 73 Millimeter Federweg selbst auf schlechtem Asphalt weder Durchschlagen noch Aufschaukeln feststellen. Gut so, denn die Speedmaster soll besonders all jene Kunden ansprechen, die mit einer Bobber oder Bobber Black liebäugeln, aber auch die Möglichkeit haben wollen zu Zweit mit Sozia unterwegs zu sein. In Hinblick darauf wurde auch das Fahrwerk abgestimmt. Abgesehen davon verträgt das Speedmaster-Chassis auch problemlos flottes Tempo. Es liegt bis Tempo 150 satt, versorgt den Piloten mit ausreichend Feedback und vermittelt daher stets ein sicheres Gefühl. Obwohl die Speedmaster kein ausgesprochenes Handling-Wunder ist und daher weite Radien bevorzugt, lässt sie sich easy in Schräglage bugsieren. Nur das erwähnte Fußrasterschleifen ruft allzu bald zur Räson - sogar die beiden Bobber-Modelle von Triumph sind für einen Hauch mehr Schräglage konstruiert. Keine Schwäche kann man der Bremsanlage ankreiden, die beim Verzögern 246 Kilo Trockengewicht der Triumph spielerisch und sauber dosierbar unter Kontrolle hält. 

 

Ebenfalls tadellos funktionieren Gangwechsel dank seidenweicher Kupplung und knackigem Getriebe, und die Sitzposition im 705 Millimeter niedrigen Sattel mit weit nach vorne verlegten Fußrastern ist in der Praxis durchaus komfortabel. Großes Lob verdienen die Briten für das Sound-Design: die Speedmaster ist nicht laut, ihr tiefes, sattes Böllern klingt trotzdem grandios und lässt so manch anderes Euro-4-Modell vor Neid erblassen. Akustisch entsprechend untermalt, lässt sich stressfreies Cruisen herrlich genießen. Und mit 77PS und 106 Newtonmeter ist auch der Antritt am Kurvenausgang nie langweilig. Lastwechselreaktionen fallen höchstens im City-Betrieb negativ auf - hier würde der Speedmaster wohl ein Zahnriemen statt des Kettenantriebes gut tun. Abseits des Großstadtdschungels ist das zarte Schieberuckeln jedoch ohnehin vernachlässigbar. 

Das Design der ab 15.950 Euro erhältlichen Speedmaster mit weit nach hinten gezogenem Chrom-Lenker à la Beach-Cruiser-Fahrrad und weit vorverlegten Rastern erinnert stark an klassische, britische Motorräder der 50er- und 60er-Jahre, die von US-Customizern gern an aktuelle Trends angepasst wurden. Den Hardtail-Look, ihren analogen Tacho mit LCD-Infodisplay und die ballonartige 16-Zoll-Bereifung übernimmt die Speedmaster unverändert von der Bobber Black. Ebenfalls ident ist die Ausstattung mit LED-Beleuchtung, zwei Riding-Modes, Traktionskontrolle, ABS und Tempomat. 

Motorrad Bildergalerie: Triumph Bonneville Speedmaster
Testpilot-Bekleidung: Helm: Diesel Old Jack Herringbone, Jacke: Icon Merc Deployed, Kevlar-Jeans: Draggin Selvedge

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