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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
25.10.2017

Honda Gold Wing 2018Die macht sei mit dir!

Die Fotos wurde ja durch ein Honda-Versehen geleakt und sind daher schon länger im Netz unterwegs gewesen. Nun haben wir aber nach der offiziellen Präsentation auf der Tokio Motor Show auch verlässliche Infos und technische Daten, um die neue Generation der Reise-Ikone einordnen zu können.

Alsdann: Was die Fotos schon nahegelegt haben, bestätigen die Werte. Die neue Gold Wing 2018 ist deutlich schlanker, kompakter und je nach Version bis zu 48 Kilo leichter geworden. Auch das Gepäckvolumen hat sich verringert, wobei inklusive Topcase immer noch 110 Liter zur Verfügung stehen. Das sind bad news für alle, die dem Mega-Chromdampfer der letzten beiden Generationen nachtrauern, aber wohl sehr gute Nachrichten für jene, die sich etwas mehr Fahrdynamik und Leichtfüßigkeit gewünscht haben.

Wie schaut’s im Detail aus? Beginnen wir beim Motor. Der Sechszylinder-Boxer wurde massiv überarbeitet, bekam Vierventiltechnik, Ride-by-wire, vier Fahrmodi und ein Start-Stopp-System verpasst. Die Leistung steht nun bei 93 kW/126 PS @ 5500 U/min, das bärenhafte maximale Drehmoment von 170 Nm ist bei 4500 U/min abrufbar. Eine Traktionskontrolle und eine Berganfahrhilfe sind nun ebenfalls Standard, eine Rückfahrhilfe gab’s ja bisher schon.
Die vielleicht größte Revolution ist das nun verfügbare Doppelkupplungsgetriebe DCT, das in jüngster Version mit sieben Gängen verfügbar ist. In dem Zusammenhang müssen wir gleich ausholen und erklären, dass die Gold Wing 2018 in drei Versionen angeboten wird:
• Das Basismodell GL 1800 Gold Wing besitzt kein Topcase und löst damit die bisherige F6B ab. Dieses Modell ist nur in Silber und nur mit konventionellem Sechsganggetriebe zu haben, dazu in weiten Bereich dunkler gehalten (Schalldämpfer etc.). Das Gewicht des Basismodells, vollgetankt: 365 Kilo.
• Die GL 1800 Gold Wing Tour verfügt bereits über das Topcase und ist in Rot oder Weiß zu haben. Gewicht: 379 Kilo.
• Die GL 1800 Gold Wing Tour DCT & Airbag ergänzt das Paket, wie man ahnen wird, um das Doppelkupplungsgetriebe und den im Tankbereich integrierten Airbag. Sie ist in Rot/Schwarz oder Schwarzmetallic zu haben und wiegt vollgetankt 383 Kilo.

Radikale News sind aber auch vom Fahrwerk zu vermelden. Honda führt bei der Gold Wing eine neue Doppel-Querlenker-Aufhängung an der Vorderachse ein, hinten stützt sich eine Einarmschwinge an einem Zentralfederbein ab. An beiden Rädern lässt sich die Dämpfer-Charakteristik per Knopffdruck verstellen, hinten zusätzlich die Vorspannung in vier Stufen: Solo, Solo/Gepäck, Sozius, Sozius/Gepäck.
Umbrüche und Zuwächse bietet natürlich auch die Ausstattung. Zentral vor dem Fahrer befindet sich ein riesiger, sieben Zoll großer TFT-Bildschirm für die Darstellung und Bedienung des Infotainmentsystems inklusive Navi und nochmals verbesserter Soundanlage. All das erwacht mittels Smart Key zum Leben, auch sämtliche Koffer und das Topcase werden damit zentral ent- und verriegelt. Das Smartphone lässt sich natürlich auch mit dem neuen Infotainmentsystem verbinden, entweder via Bluetooth oder per USB-Buchse. Geil für iPhone-Maniacs: Apple CarPlay ist Teil der Ausstattung, genauso wie ein nützliches Reifendruck-Kontrollsystem.

Einen sogenannten Paradigmenwechsel hat Honda auch in Sachen Windschild vorgenommen. Bei Generation 2 & 3 gab’s ja einen riesigen Schirm, der ein stilles Loch in den Fahrtwind geschnitten hat und der nur manuell minimal verstellbar war. Die Zeiten sind vorbei. Jetzt gibt’s eine viel kleinere Scheibe, die sich aber elektrisch nach oben bewegt und dabei auch ihren Winkel verändert (sie wird aufrechter). Diese kleinere Stirnfläche reduziert den Luftwiderstand und damit auch den Verbrauch beträchtlich, bietet aber naturgemäß nicht mehr einen dermaßen umfassenden Schutz wie bisher. Wer hier nachbessern will, bekommt im Zubehör eine größere Scheibe sowie verschiedene Deflektoren, die teilweise fix, teilweise verstellbar sind.

Die schon erwähnte bessere Aerodynamik, das niedrigere Gewicht und ein effizienterer Motor führen letztlich auch zu deutlich geringeren Verbrauchswerten. Die üblicherweise recht verlässlichen WMTC-Daten sprechen von 5,6 Liter, was alleweil eine Sensation wäre. Damit würde man auch den mit 21 Liter kleineren Tank abfedern und in etwa die gleichen Reichweiten wie bisher erzielen.

Ob’s so ist, werden wir gerne, genüsslich und akribisch überprüfen. Zuvor hoffen wir noch in Bälde die letzten fehlenden Daten zu erheischen: Wann die neue Gold Wing zu den Händlern rollt und welche Summen auf den Preiszetteln der einzelnen Versionen stehen werden.

NACHTRAG: Inzwischen sind wir die neue Honda Gold Wing bereits gefahren! Einen ersten Fahrbericht lest ihr hier, einen Videotest dazu seht ihr auf unserem Youtube-Kanal! Viel Spaß dabei!
Motorrad Bildergalerie: Honda Gold Wing 2018

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