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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
20.4.2020

Husqvarna ZukunftAdventure und E-Roller

Vor Kurzem stimmte uns KTM-Vorstandsmitglied Hubert Trunkenpolz leicht zuversichtlich, als er in einem Interview meinte, KTM werde diese Virus- und Finanzkrise „stemmen“. Um die wirtschaftliche Existenz von KTM müsse man sich keine Sorgen machen: „ Wir stemmen das, keine Frage.“ Doch wie sieht es mit der Performance der Offroad- und Lifestyle-Marke Husqvarna aus? Kann KTM mit der Performance seiner zweiten Marke zufrieden sein?

Ja und nein. Ja, weil das Wachstum international stark ist und das langfristige Ziel von KTM-Boss Stefan Pierer ein Jahr früher fast erreicht wurde: Im Jahr 2015 gab er die Devise aus, dass Husqvarna bis 2020 mit 50.000 Verkäufen zu Europas Nummer Drei aufsteigen sollte. 2019 waren es bereits 45.650 Einheiten, man hat also bereits zu Ducati und Triumph aufgeschlossen.

Der Überholvorgang wird in diesem Jahr wohl stattfinden, auch weil die Fertigung von Svart- und Vitpilen 401 dieser Tage in Indien aufgenommen wird. Entgegen früherer Pläne sollen die beiden Modelle auch in Südostasien vertrieben werden. Damit sollen sich die Husqvarna-Stückzahlen bis 2022 auf rund 85.000 Stück fast verdoppeln.

Also alles gut? Nicht ganz. In Europa kann man mit der Performance von Svart- und Vitpilen wohl nicht ganz zufrieden sein. Aus dem Grund wurde bei beiden Modellen heuer nachgebessert und eine Preisreduktion durchgeführt. Und auch bei der Modellexpansion hinkt man dem ursprünglichen Zeitplan hinterher: Ende 2015 wurde uns ein Powercruiser mit 1301-Kubik-V2 für 2019 in Aussicht gestellt – dieses Projekt scheint auf Eis gelegt.

 

Stattdessen wurden allerdings zwei andere Projekte in den Fokus genommen: Das auf der vergangenen Eicma gezeigte Konzept eines Adventurebike – Norden 901 – wird nun wie erwartet gebaut. Die Serienversion, die laut KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz im Hochpreissegment angesiedelt sein wird, dürfte aber wohl nicht vor 2022 erscheinen.

Deutlich früher erwarten wir den ersten Vertreter der neuen E-Scooter-Generation, deren Plattform KTM gemeinsam mit Bajaj entwickelt. Viel deutet darauf hin, dass Husqvarna als erste Hausmarke darauf basieren wird. Der Marktstart dieser Roller, die zwischen 3 und 10 kW (4–14 PS) leisten und damit im Moped und 125er-Segment angesiedelt sein werden, erfolgt fix im kommenden Jahr; vielleicht sehen wir die Serienmodelle sogar schon auf einer der kommenden Herbstmessen. Ebenfalls in Planung: Der angekündigte 500er-Reihen-Zweizylinder wird bei Husqvarna ebenfalls eingesetzt und soll ein Naked Bike, eine Enduro sowie eine kleinere Version der Norden befeuern. Große Pläne also für eine strahlende Zukunft. 

Peter Schönlaub

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