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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
30.10.2020

Triumph Trident: neu für 2021!Alle Details zum neuen Brit-Roadster

So, hier ist nun eine der beiden großen Neuheiten von Triumph für das Modelljahr 2021: die neue Trident. Die zweite große Neuheit wird wohl die vollkommen neue Speed Triple sein, die dem Vernehmen nach aber erst Anfang kommenden Jahres enthüllt werden wird. Im Gegensatz zu diesem Top-End-Power-Streetfighter soll die Trident als neues Einstiegsbike in die Welt von Triumph fungieren – als einfach zu fahrender, universeller und preislich gut positionierter Mittelklasse-Roadster, der trotzdem Spaß macht und lässig aussieht. Um sich besser vorstellen zu können, in welches Segment man damit eindringen will, haben die Briten gleich die wichtigsten Mitbewerber verraten: Honda CB650R, Kawasaki Z650 und Yamaha MT-07.

Gegenüber diesen drei Bikes besitzt die Trident – wie der Name ja schon verrät – eine Eigenheit: den für die Briten typischen Dreizylinder. Er verfügt über 660 Kubikzentimeter Hubraum, bringt eine Leistung von 81 PS und ein Drehmoment von 64 Newtonmeter bei 6250 U/min. Damit will Triumph das Beste zweier Welten verbinden: Druck aus dem Drehzahlkeller (wie ein Zweizylinder) mit Freude an hohen Touren (wie ein Vierzylinder). Besonders vielversprechend: 90 Prozent des maximalen Drehmoments stehen im breiten Drehzahlbereich zwischen 3600 und 9750 U/min zur Verfügung. Dazu soll es auch einen besonders schönen Triple-Sound aus dem kurzen Underslung-Schalldämpfer mit hübscher Edelstahl-Endkappe geben.

Der Motor entspricht in Grundzügen natürlich jenem Aggregat, das wir schon aus der Street Triple S kennen – aber auch nur in Grundzügen. 67 neue Komponenten – darunter eine neue Kurbelwelle, andere Kolben, ein völlig neuer Einlassbereich – sorgen nicht nur für Euro-5-Kompatibilität, sondern auch für ein völlig neues Auftreten und die oben erwähnten Leistungswerte. Stattlich ist das Serviceintervall von 16.000 Kilometern, das zu den – laut Triumph – geringsten Erhaltungskosten in dieser Liga beitragen soll. Das Sechganggetriebe wird über eine besonders leichtgängige Anti-Hopping-Kupplung bedient. Ganz wichtig: Optional lässt sich die neue Trident natürlich auch als A2-Führerschein-Variante ordern, die später wieder einfach entdrosselt werden kann.

Völlig neu an der Triumph Trident ist auch der Rahmen: Er ist vergleichsweise simpel, eine Stahlrohr-Perimeter-Konstruktion, die aber auch in anderen Modellen dieser Klasse ihren Zweck erfüllt. Etwas unüblich ist die Stahl-Schwinge, dafür gibt es zierliche 5-Speichen-Felgen und stämmige Reifendimensionen, mit einem breiten 180er am Heck. Als Bereifung wurden Michelin Road 5 gewählt. Mit 189 Kilo fahrfertig (Tank zu 90% voll) ordnet sich die Triumph Trident mitten im Umfeld dieser Klasse ein: Sie ist etwas schwerer als die oben genannten Modelle von Kawasaki und Yamaha (187/182 kg), aber um 14 Kilo leichter als die Honda CB650R. Gemeinsam mit der niedrigen Sitzhöhe von 805 Millimetern und einer extrem schlanken Taille soll die Trident auch weniger routinierten oder kleineren Fahrerinnen und Fahrern entgegenkommen.

Für das Fahrwerk setzen die Briten auf Showa-Komponenten. Die 41-mm-USD-Gabel besitzt 120 Millimeter Federweg, das hintere, in der Vorspannung verstellbare Federbein 133,5 Millimeter. Anständig dimensioniert sind auch die Bremsen: Vorne beißen Zweikolben-Sättel von Nissin auf zwei 310er-Scheiben, hinten finden sich ein 1-Kolben-Sattel und eine 255er-Scheibe.

Und damit kommen wir schon zur Ausstattung und der Elektronik. Wenig überraschend verzichtet Triumph in dieser auf Kosten bedachten Klasse auf den Einbau eines Sechs-Achsen-Sensors (IMU), damit gibt’s weder Kurven-ABS noch schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Sehr wohl findet man allerdings serienmäßig eine „konventionelle“ Traktionskontrolle, die auch abschaltbar ist. Dazu gibt’s dank Ride-by-wire die beiden Fahrmodi Road und Rain, die nicht nur die Gaskennlinie (also das Ansprechverhalten des Motors) beeinflussen, sondern auch die Regelstrategien der Traktionskontrolle und des ABS.

Viele Details sind – auch das typisch für die Briten – sehr hübsch und edel gemacht. Dazu zählen etwa der konifizierte Alu-Lenker, die ausschließlich mit LED-Technologie arbeitende Lichtanlage, oder der Tankdeckel mit gefrästem Triumph-Emblem. Das Logo findet sich auch im Scheinwerfer und im Hecklicht, der Markenschriftzug wird zudem auf der Alu-Lenkerklemmung mitgegossen.

Die Kommandozentrale kommt in kreisrunder Form, die Informationen werden im oberen Bereich via LCD (weiß auf schwarzem Grund), im unteren Bereich auf einem farbigen TFT-Display dargestellt. Die Bedienung erfolgt über eine für Triumph neuartige 4-Knopf-Lösung. Das System ist bereits dafür vorbereitet, dass man es optional mit einem Bluetooth-Modul ergänzen und damit Connectivity-Funktionen nutzen kann. So lassen sich Musik, Telefongespräche und eine GoPro über diese Tasten und das TFT-Display steuern, zusätzlich kann man via Triumph-App am Smartphone auch navigieren, die Richtungsanzeigen werden als Piktogramme am TFT-Fenster angezeigt.

Das Bluetooth-Modul ist freilich nur eine der Optionen. Die Briten sind in dieser Richtung bekannt fleißig und stellen auch für die Trident in Summe 45 Zubehörteile bereit. Dazu gehören unter anderem Heizgriffe (mit innen laufenden Kabeln), eine USB-Steckdose unter dem Sitz, ein Quickshifter up/down, Blinker mit Lauflicht-Technologie oder ein Reifendruck-Kontrollsystem. Neben den üblichen Gimmicks wie einem Flyscreen, einem Tank- und Tailbag bietet Triumph auch ordentliche Soziusgriffe an, die angesichts der kompakten Sitzbank von einem Passagier sicher gewürdigt werden.

Für das Modelljahr 2021 bringt Triumph vier Farbvarianten der neuen Trident:

• Crystal White, mit roten Linien und schwarzen Aufklebern
• Sapphire Black mit roten und silbernern Aufklebern
• Silver Ice & Diablo Red mit großer Logo-Graphic am Tank
• Matt Jet Black & Matt Silver Ice mit ebenfalls großem Logo am Tank

Und nun zum Marktstart und den Preisen: Die neue Triumph Trident soll bereits ab Ende Jänner zu den österreichischen und deutschen Händlern rollen. 

Triumph Trident Preis Deutschland: ab 7343 Euro zzgl. Liefer-Nebenkosten
Triumph Trident Preis Österreich: ab 8795 Euro inkl. allen Nebenkosten, Steuern und Abgaben

In diesen Preisen ist eine 4-Jahres-Garantie inkludiert. Für die beiden Zwei-Farb-Varianten sind kleine Aufpreise fällig.

Triumph Trident – technische Daten

Dreizylinder-Reihenmotor, DOHC, 12V, flüssig gekühlt
Hubraum: 660 ccm
Bohrung/Hub: 74 x 51,1 mm
Verdichtung: 11,1:1
Leistung:
50 kW (81 PS) bei 10.250 U/min
Max. Drehmoment: 64 Nm bei 6250 U/min
6-Gang-Getriebe (mit Quickshifter optional)

Stahlrohrrahmen mit angeschraubtem Rahmenheck
Stahl-Zweiarmschwinge
41-mm-USD-Gabel
Zentralfederbein (Vorspannung verstellbar)
Federwege: 120/133,5 mm 
Reifen: 120/70-17 und 180/55-17, Michelin Road 5
Bremsen vorne: zwei 310-mm-Scheiben mt Nissin-2-Kolben-Sättel
Bremsen hinten: eine 255-mm-Scheibe mit 1-Kolben-Bremssattel

Radstand: 1401 mm
Sitzhöhe: 805 mm
Nachlauf: 107,3 mm 
Lenkkopfwinkel: 24,6°
Tankinhalt: 14 l
Gewicht Fahrfertig (Tank 90%): 189 kg

ABS, Traktionskontrolle, 2 Fahrmodi, Voll-LED-Lichtanlage, Assist- & Rutschkupplung

Verbrauch: k.A.
CO2: k.A.

Triumph Trident 2021 mit Zubehör

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