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Triumph SportenduroHupf in Gatsch
Mit dem Modelljahr 2026 wagt Triumph mit der neuen TF 250-E und der TF 450-E den Einstieg in das hart umkämpfte Sportenduro-Segment. Damit stellen sich die Briten direkt den etablierten Platzhirschen aus Mattighofener Fertigung, die seit Jahren diesen Markt dominieren, sowie traditionellen Offroad-Herstellern wie Beta, Sherco oder Rieju. Bereits seit Ende 2023 sorgte Triumph mit der Motocross-Premiere von TF 250-X und TF 450-RC für Aufsehen. Die Enduro-Versionen basieren – wenig überraschend – technisch großteils auf diesen Crossern, wurden aber gezielt auf anspruchsvollen Enduro-Einsatz getrimmt. Während Rahmen, Motor und grundlegende Fahrwerkskomponenten ähnlich sind, erhielten beide Enduros eine spezifische Abstimmung für diffiziles Gelände mit größeren Schwungmassen sowie Sechsgang-Getriebe mit Exedy-Rennkupplung.
Die TF 450-E bringt vollgetankt 116,7 Kilo auf die Waage und nutzt einen hubraumstarken 449,9 Kubik großen Einzylinder-Viertaktmotor mit SOHC-Steuerung sowie DLC-Beschichtung von Kolbenbolzen und Kipphebeln. Das potente Triebwerk generiert eine Spitzenleistung von 58,6 PS sowie ein maximales Drehmoment von 49,3 Newtonmetern. Im Vergleich zur Motocross-Version soll das Leistungsband breiter und die Drehmomentabgabe harmonischer sein, um auch in schwierigen Passagen einfache Fahrbarkeit zu gewährleisten. Ein Kühler-Ventilator ist um 11.995 Euro Fahrzeugpreis bereits serienmäßig montiert. Die 114,2 Kilo leichte TF 250-E um 11.295 Euro verfügt über einen bis zu 12.800 Touren drehfreudigen DOHC-Single mit 249,9-Kubik, der mit maximal 42,3 PS und 27,8 Newtonmetern durch die Erde pflügt. Der Kunststoff-Tank beider Enduros fasst je 8,3 Liter Benzin.
Beide TF-E-Varianten sind zulassungsfähig und setzen auf Titanventile von Del West, geschmiedete Alu-Kolben von König, ein Motormanagement von Athena mit zwei Fahrmodi sowie eine Traktionskontrolle. Ebenfalls an Bord sind das Drosselklappensystem von Dellorto, ein Uphift-Schaltassistent, eine Launch Control und eine Brembo-Bremsanlage mit Galfer-Scheiben. Bei den schwarz eloxierten Rädern in klassischen Enduro-Dimensionen wird ebenfalls nichts dem Zufall überlassen: D.I.D. DirtStar-Felgen werden mit Michelin Enduro-2-Pneus erstbereift. Protaper-Lenker, Neken-Gabelbrücken und ODI-Griffe runden das hochwertige Ausstattungspaket standesgemäß ab.
Beim Chassis orientiert sich der Alu-Rahmen von Triumph eher an japanischen Vorbildern statt am KTM-Gitterrohr aus Stahl. Das voll einstellbare KYB-Fahrwerk mit 48-Millimeter-Gabel, Zentralfederbein-Umlenkung und spezifischer Schwingen-Geometrie wurde ebenfalls auf Enduro-Einsätze zugeschnitten.
Die Auslieferung der brandneuen Triumph-Enduros startet ab sofort, und auch im Rennsport meint man es in Hinckley ernst: Triumph ist offizieller Sponsor der „Paulo Duarte FIM EnduroGP Weltmeisterschaft“, bei der man selbstverständlich auch mit eigenem Werksteam an den Start geht. Der britische Elite-Endurofahrer Jonny Walker wird bei SuperEnduro- und Extremenduro-Events an den Start gehen.