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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
28.10.2025

Triumph Trident 800Nicht nur der Preis ist heiß

Der Schritt war logisch: Naked-Bikes der Mittelklasse, also zwischen 750 und 900 Kubik, sind Topseller auf den meisten europäischen Märkten. Kawasaki Z900, Yamaha MT-09, Honda CB750 Hornet oder BMW F 900 R – sie alle sorgen bei den Controllern der jeweiligen Firmen für Grinsen und in den Kassen für angenehmes Klimpern.

Bei Triumph klaffte hier bislang allerdings ein kleines Loch. Im Einstiegsbereich ist man mit der Trident 660 zwar zufrieden, ganz oben hat man mit der Speed Triple RS auch ein Kultmodell im Programm – aber dazwischen sprach die Street Triple 765 als radikales RS-Modell bislang eher die sehr sportliche, eigentlich rennstreckenaffine Klientel an, während die R-Version ein wenig unterging.

Diese Lücke soll nun die Trident 800 schließen. Sie will mit 115 PS genügend Power für die Landstraße bieten, es aber nicht mit Exzessen übertreiben. Und sie will vor allem günstig sein: Mit einem Preis von 11.295 Euro in Österreich (9695 Euro in Deutschland) trifft sie fast punktgenau den Verkaufspreis der beliebten Kawasaki Z900.

Schauen wir uns die Technik kurz im Detail an. Der Motor ist mittlerweile ein guter Bekannter, wird er doch praktisch unverändert aus der Tiger Sport 800 übernommen. Falls ihr regelmäßige Motorradmagazin-Leser seid, dann wisst ihr, dass wir dieses Modell 2025 im Dauertest hatten und viele gute Erfahrungen damit gesammelt haben.

Der Dreizylinder leistet also auch hier 85 kW (115 PS) bei 10.750 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment gipfelt mit 84 Newtonmeter bei 8500 U/min. Auch nicht unwichtig für ein sportliches Naked: Das Drehzahllimit wird bei 11.500 U/min erreicht.

Serienmäßig ist hier – genauso wie in der Tiger Sport 800 – ein Quickshifter fürs Hinauf- und Herunterschalten. Im Crossovermodell hat dieser Schaltassistent von uns Bestnoten bekommen.

Der Stahlrahmen ähnelt in der Bauart jenem der Trident 660, ist aber trotzdem vollkommen neu, da man hier ja die drei Drosselklappenkörper unterbringen musste (die Trident 660 hat nur einen). Dennoch habe sich Triumph bemüht, ein möglichst kompaktes Chassis zu konstruieren, erklärt Chefentwickler Stuart Wood. Mit 810 Millimeter Sitzhöhe (Trident 660: 805 Millimeter, Tiger Sport 800: 835 mm), scheint dies gelungen. Auch das Gewicht kann sich in diesem Umfeld sehen lassen: 197 Kilo fahrfertig, also mit zu 90% gefülltem 14-Liter-Tank. Die Kawasaki Z900 bringt ganze 16 Kilo mehr auf die Waage.

Gut bestückt präsentiert sich auch das Fahrwerk: Vorne finden wir eine 41er-Upside-down-Gabel von Showa mit Big-Piston- und SFF-Technologie; sie ist voll justierbar. Das Monoshock-Federbein am Heck, ebenfalls von Showa, lässt sich in Vorspannung und Zugstufe justieren. Die Schwinge wird allerdings aus Kostengründen aus Stahlpressteilen gefertigt.

Eine 6-Achsen-Sensorbox ermöglich Kurven-ABS und Schräglagen-Traktionskontrolle, dazu werden drei Fahrmodi geboten. Smartphone-Connectivity ist Standard, ebenfalls ein Tempomat, automatisch rückstellende Blinker, eine USB-C-Steckdose und eine Voll-LED-Lichtanlage samt Tagfahrlicht. Einziger Kritikpunkt ist das runde Cockpit mit einer Mischung aus LC- und TFT-Display, unverändert übernommen von der Tiger Sport 800. Die Ablesbarkeit und auch die Bedienung sind zwar gut, aber nicht auf dem Niveau eines größeren, moderneren Voll-TFT-Bildschirms.

Wie immer bei Triumph wird es eine Reihe an Zubehörteilen geben, darunter etwa Lenkerendenspiegel, Heizgriffe, einen Akrapovic-Titan-Endtopf mit Carbon-Endkappe, LED-Lauflicht-Blinker und vieles mehr.

Der scharfe Bugspoiler und der Flyscreen sind hingegen schon serienmäßig montiert. Zum Basispreis erhält man die schwarze Lackierung (Jet Black), für die edleren Zweifarb-Varianten (mit Rot oder Grau als dominante Töne) muss man einen kleinen Aufpreis hinnehmen. Alle Varianten werden jedoch mit goldfarbenen Rädern veredelt.

Der Marktstart soll im April 2026 erfolgen. Hier noch einmal die Basispreise für die Triumph Trident 800. In Österreich und Deutschland ist eine 4-Jahres-Garantie inkludiert, die Serviceintervalle liegen bei stolzen 16.000 Kilometer oder einem Jahr.

Österreich: 11.295 Euro
Deutschland: 9695 Euro (zzgl. LNK)

Triumph Trident 800 – technische Daten

Dreizylinder-Reihenmotor, DOHC, 12V, flüssig gekühlt
Hubraum: 798 ccm
Bohrung/Hub: 78 x 55,7 mm
Leistung: 84,6 kW (115 PS) bei 10.750 U/min
Max. Drehmoment: 84 Nm bei 8500 U/min
6-Gang-Getriebe mit Quickshifter

Stahlrohrrahmen mit Stahlschwinge
41-mm-USD-Gabel (Showa BP/SFF), voll einstellbar)
Zentralfederbein (Showa) Vorspannung/Zugstufe verstellbar
Federwege: 120/130 mm
Reifen: 120/70-17 und 180/55-17
Bremsen vorne: zwei 310-mm-Scheiben mt 4-Kolben-Sättel
Bremse hinten: eine 220-mm-Scheibe mit 1-Kolben-Bremssattel

Radstand: 1402 mm
Sitzhöhe: 810 mm
Nachlauf: 108 mm
Lenkkopfwinkel: 24,5°
Tankinhalt: 14 l
Gewicht fahrfertig: 198 kg

Verbrauch: 4,7 l/100 km
CO2: 109 g/km

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