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Erwischt: KTM 990 SMT PrototypSpaß in Sicht
Mit der 990 SMT (kurz für: „Supermoto Travel“) schuf KTM im Jahr 2009 eine Nische, wo vorher keine war. Sie war seinerzeit das tourentauglichste Motorrad aus Mattighofen diesseits der 990 Adventure, machte jedoch nie einen Hehl daraus, dass sie im Grunde auf einem durch und durch unvernünftigen, rein auf Spaß ausgerichtetem Konzept basierte – der Supermoto 990 SM. 2023 erinnerten sich die Oberösterreicher an diese wilde Mischung aus Spaß und Mittelstreckentour und belebten es mit der 890 SMT zu neuem Leben.
Nun deuten aktuelle Fotos darauf hin, dass KTM an der Nachfolge-Generation arbeitet, die die selige Bezeichnung 990 SMT wiederbeleben könnte. Doch anders als ihr Vorbild von 2009 muss die Neuauflage auf einen V2-Motor verzichten, stattdessen verrichtet im von uns abgelichteten Prototypen die aktuellste Ausbaustufe des LC8c-Reihentwins Dienst, die auch die 990 RC R antreibt. Dort bringt sie 947 ccm Hubraum mit und leistet 128 PS. Auch ihre Bereifung ist durchaus sportlich: Der gezeigte Prototyp rollt auf Semi-Slicks mit den Dimensionen 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten, jeweils auf Alu-Gussfelgen. Mutmaßlich handelt es sich um Michelin Power Cup 2, auch wenn dies durch die Bewegung der Räder auf den Fotos nicht eindeutig sichtbar ist.
Wie bislang die 890 SMT dürfte auch 990 SMT sportlicher positioniert werden als ihr Schwestermodell: Die SMT ist eng verwandt mit der künftigen 990 Adventure und teilt sich neben dem Antrieb mit dieser auch weitere technische Eckpfeiler: Hauptrahmen und Heckrahmen aus Aluguss, die geteilte Kühlereinheit, die geänderte Abgasanlage und damit einhergehend auch die von 990 Duke und 990 RC inspirierte Schwinge kommen ebenso in der Adventure-Schwester zum Einsatz.
Das Styling unterscheidet sich jedoch völlig und wird zudem gefälliger als bei der Vorgänger-Generation der SMT. Zwar ist der Prototyp auf unseren Fotos noch in einem frühen Entwicklungsstadium, dieser lässt jedoch bereits Rückschlüsse auf die finale Gestaltung zu: Das Design wirkt mehr aus einem Guss als dies bislang der Fall ist, gleichzeitig greift die Front einzelne Elemente aus Super Duke GT und 990 Duke auf, und die bauchigere Verkleidung deutet auf einen größeren Tankinhalt als die bisherigen 15,8 Liter hin.
Dazu ist am Entwicklungsträger der in dieser Klasse inzwischen häufig anzutreffende Radartempomat verbaut, den auch die künftige Hauptkonkurrenten Yamaha Tracer 9 GT mitbringt. Und wie bei dieser sitzt das Vorderrad am Testbike in einer semi-aktiv arbeitenden Federgabel. An der KTM kommt diese von Haus- und Hoflieferant WP, der auch das hintere Federbein und die Bremsanlage beisteuert. Der Fahrer steuert die Motorradfunktionen über das neue 8-Zoll-Hochformat-TFT, das auch in der 1390 Super Adventure zu finden ist und künftig schrittweise in weiteren reisetauglichen KTMs erhältlich sein dürfte.
Einen wichtigen Teil der Entwicklungsarbeit haben die Mattighofener inzwischen hinter sich gebracht. Wann diese abgeschlossen ist, lässt sich noch nicht eindeutig vorhersagen. Eine Vorstellung im Laufe des Jahres 2027 scheint jedoch realistisch.
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