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Erwischt: BMW S 1000 RR 2027Stärker, schöner, schneller
Die S 1000 RR ist BMWs Imageträger. Zwar ist der Bestseller der Bayern seit Jahr und Tag „die GS“, Synonym für die Top-Reiseenduro der Bayern, an deren Bedeutung sich auch in der aktuellen Generation R 1300 GS nichts geändert hat. Doch kein Modell hat in diesem Jahrtausend so viel für Wahrnehmung und Markenbildung der Münchener getan wie die erste Generation des Superbikes S 1000 RR. Erst durch sie konnte BMW sich endgültig von seinem trägen Image früherer Tage lösen, und auch die aktuelle Generation zählt im Tausender-Segment nach wie vor zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Noch, denn die Nachfolgegeneration steht bereits in den Startlöchern, um die knapp sieben Jahre alte aktuelle Generation abzulösen.
Eine Vorschau auf diese zeigte BMW schon im Mai 2025. Damals gaben die Bayern auf dem Concorso d'Eleganza am Comer See einen Ausblick auf das kommende Superbike. „Concept RR“ hieß das Ausstellungsstück, das noch mit dem üblichen Ornat einer Konzeptstudie aufwartete. Zu diesem Zeitpunkt feilten die Ingenieure in München mithilfe erster grober Prototypen an Ergonomie, Aerodynamik und Fahrwerk. Inzwischen haben die Erprobungsträger des kommenden bayrischen Superbikes längst seriennahen Stand erreicht, reichlich Kilometer auf Prüfständen und Rennstrecken abgespult und biegen mit letzten Testkilometern auf öffentlichen Straßen auf die Zielgerade ihrer Entwicklung ein.
An diesen lassen sich, wie unsere Fotos belegen, bereits wichtige Details der kommenden S 1000 RR ablesen. So ähnelt der Rahmen optisch der Konstruktion, die in der aktuellen Generation Verwendung findet. In der aktuellen M 1000 RR, der Speerspitze der Münchener Superbikes und gleichzeitig Basis für die WSBK-Rennversion, wurde dieser erst kürzlich überarbeitet: „M Motorsport Rahmen der 3. Generation“ nennen die Bayern das Gerüst nun, das gegenüber der vorherigen Konstruktion 1,3 Kilo einsparen soll und auf das Chassis des WSBK-Renners der Saison 2024 zurückgreift. Es wird in der aktuellen 1000er-Generation bislang exklusiv in der M-Variante verbaut.
Beim Fahrwerk setzen die Bayern bei der kommenden S 1000 RR am Heck wieder auf eine Unterzug-Schwinge. Ein im Spätsommer bekannt gewordenes Patent deutet dabei darauf hin, dass BMW bei dieser künftig auf eine neue Fertigungstechnik setzen wird, die dünnere Wandstärken und damit geringeres Gewicht bei gleicher Festigkeit zulässt.
Bereits optisch ist erkennbar, dass die Schwinge neu konstruiert wurde und sich sowohl vom verbauten Teil der Vorgängerin als auch dem am Studienmodell unterscheidet. Auch der neu konstruierte Heckrahmen dürfte sich auf der Waage positiv bemerkbar machen. Verzögern wird die Bayerin künftig mit Hypure-Sätteln aus dem Hause Brembo.
Die Gestaltung der Frontpartie mit ihren Scheinwerfern und dem charakteristischen Ram-Air-Einlass ähnelt stark dem „Concept RR“. Kein Wunder, bezeichnete BMW-Motorrad-CEO Markus Flasch dieses bei seiner Präsentation als „sowohl in technischer als auch formsprachlicher Hinsicht ein wahres Meisterstück unseres Entwicklungsteams“. Abermals kommen optisch dominante Winglets zum Einsatz, die jedoch stimmiger in die Designsprache des Motorrads integriert werden.
Beim extremeren, später erscheinenden Spitzenmodell M 1000 RR setzen die Bayern auf horizontale, tragflächenartige Flügel, deren Zuwachs an Abtrieb gegenüber dem Basis-Superbike wohl ausschließlich im Renneinsatz zum Tragen kommen dürfte. Im Lauf des letzten Jahre sicherten sich die Bayern mehrere Patente im Bereich der aktiven Aerodynamik. Ob die Marke damit lediglich Know-how für die Zukunft sichern will, oder ob schon die spätere Speerspritze M 1000 RR damit aufwarten wird, bleibt abzuwarten. Die hier gezeigte S 1000 RR setzt jedenfalls auf klassische Flügel.
Als Herz fungiert weiterhin der 999 Kubikzentimeter Hubraum messende Reihenvierzylinder, der auch künftig wieder auf die variable Einlass-Nockenwellensteuerung Shiftcam setzen, aber rundum überarbeitet wird. Auf 210 PS kommt dieser in der aktuellen S 1000 RR, 215 Pferde sollen es laut Homologationsdaten künftig sein.
Spätestens im Sommer 2027 dürfte die neue S 1000 RR beim Händler stehen. Die Spitzenversion M 1000 RR mit weniger Gewicht, mehr Leistung und extremerer Aerodynamik wird ebenfalls noch 2027 antreten, um rechtzeitig für die WSBK-Saison 2028 homologiert werden zu können.
Auch neue Naked Bikes als Nachfolgerinnen für M 1000 R und S 1000 R dürften nicht lange auf sich warten lassen, gleiches gilt für die kommende S 1000 XR und M 1000 XR. Auch Anzeichen für eine M 1000 RS gibt es, über die, außer ihrem Namen, jedoch bislang nichts bekannt ist. Das Kürzel „RS“ legt einen Vierzylinder-Sporttourer auf Basis der M 1000 XR nahe.
Unterhalb der Vierzylinderpalette setzen die Bayern ebenfalls auf sportliche Modelle: Eine F 450 RR auf Basis des kleinen Reihentwins aus der Kooperation mit TVS soll, Gerüchten zufolge, noch im Jahr 2026 Premiere feiern. Ein ähnliches Konzept, jedoch mit einem Zylinder, boten die Bayern bereits mit der G 310 RR an. Sie wurde jedoch nur in Indien verkauft.
Und eine halbe Stufe darüber, mit knapp 600 Kubik, arbeiten die Bayern an einem verkleideten Mittelklassesportler. Kalkül der Bayern dürfte sein, den Glanz der Vierzylinder-RR in kleinere Klassen zu übertragen und damit auch für weniger betuchte Kunden abermals Imageträger für die Marke zu erschaffen.
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