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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
25.10.2018

Triumph Scrambler 1200250 mm Federweg, Elektronik-Weltneuheiten

Im Boom der Retro- und Heritage-Bikes sind einige Motorräder entwickelt worden, die schön anzusehen sind, auch schön fahren, aber denen es an ernthafter Performance und Fahrdynamik fehlt. Die Triumph Scrambler 1200 ist kein solches Bike und hat nur wenig mit ihrer 2006 präsentierten Vorgängerin gemein. Mit einer Leistung von 90 PS, einem Drehmoment von 110 Nm und Öhlins-Federbeinen mit Federwegen von 200 bzw. 250 mm will die Scrambler nicht nur auf Schotterstraßen und Waldwegen attackieren, sondern sogar bei der Baja 1000.

Triumph meint es also ernst und packt den On/Offroader voll mit hochwertigen Komponenten und Elektronik und splittet das Modell in zwei Varianten. Die Variante Scrambler 1200 XC steht für eine ausgewogene Balance zwischen Straßen- und Geländeeigenschaften, während die Version XE auch im harten Offroad-Einsatz problemlos bestehen soll. Beide besitzen ein aufwändig konstruiertes Off-Road-Fahrwerk mit neuem Rahmen und mit einem 21-Zoll-Vorderrad, das auch die anspruchsvollsten Geländefahrer überzeugen will.

Komplettiert wird das Motorrad durch ein Rundumpaket an hochwertiger, topmoderner Technik in allen Bereichen – die Liste reicht von edlen Chassiskomponenten von Brembo oder Öhlins bis zu elektronischen Features wie Tempomat oder der Navi-Anbindung über die neue Triumph-App. Natürlich galt auch bei der Wahl der Ausstattung für die neue Scrambler 1200 die Devise: keine Kompromisse. Hier im Überblick: die Feature-Liste der auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Straßen- und Geländeeinsatz ausgelegten Scrambler 1200 XC sowie der Scrambler 1200 XE (das „E“ steht für „Extreme“), die mit nochmals verbesserten Offroad-Qualitäten punkten kann. Begeisternde Performance in allen Drehzahlbereichen – die „High-Power“-Version des 1200-Kubik-Bonneville-Motors in der speziellen Scrambler-Abstimmung bietet starke 90 PS bei 7400 U/min und ein extrem breites Drehmomentband mit satten 110 Nm bei nur 3940 U/min, dazu eine neu entwickelte, hochgelegte Scrambler-Auspuffanlage mit charakteristischem Sound.

Topmodernes Display der neuesten Generation mit Weltneuheiten: Völlig neu ist der TFT-Tacho, der zwei Premieren in einem Motorrad integriert, und zwar eine GoPro-Steuerung und eine Turn-by-Turn-Navigation. Ein Tempomat und ein USB-Anschluss sind bei beiden Varianten serienmäßig, Heizgriffe nur beim XE-Modell. Gestartet wird das Motorrad über ein Keyless-Go-System. Der Joystick am linken Lenkerende deutet schon auf umfangreiche Elektronik hin, die ABS, 5 bzw. 6 Fahrmodi und Traktionskontrolle beinhaltet. Sogar eine IMU ist mit an Bord.

Erste Sitzprobe in London: Die Sitzhöhe beträgt 840 mm bei der XC bzw. 870 mm bei der XE aufgrund der längeren Federwege. Mit meinen 1.80 m und verhältnismäßig langen Beinen konnte ich den Boden nur mit den Zehen und Fußballen erreichen, die Sohlen also nicht ganz absetzen. Das alltagstauglichere Modell ist auf jeden Fall die stärker straßenorientierte XC. Dafür passte der Kniewinkel perfekt. Auch der breitere Lenker der XE kommt mir sehr entgegen, damit ist sie allerdings 905 mm breit, ein weiterer Nachteil im öffentlichen Verkehr. Bei all der Technik in der Scrambler würde ich mir einen analogen Tacho mit kleinen LC-Display wünschen, aber dafür bietet die Elektronik vermutlich zu viele Möglichkeiten, die sich nur auf eben diesem hochmodernen TFT-Bildschirm unterbringen lassen.
Elektronik Triumph Scrambler 1200:
- TFT-Instrumente der zweiten Generation 
- sechs verschiedene Fahrmodi, inklusive „Offroad-Pro“-Modus bei der Version XE 
- kurvenoptimiertes ABS und Traktionskontrolle bei der Version XE 
- komplett in die Fahrzeugfunktionen integrierte Trägheitsmesseinheit (IMU) bei der Version XE 
- komplette LED-Beleuchtung, inkl. charakteristischem Tagfahrlicht 
- intuitiv zu bedienende Lenkerschalter mit 5-Wege-Joystick inkl. Nachtbeleuchtung 
- drehmomentunterstützte Kupplung mit besonders geringen Handkräften 
- schlüsselloses Starten (+ Wegfahrsperre) 
- Tempomat mit praktischer Ein-Knopf-Bedienung 
- USB-Ladebuchse - Heizgriffe als Serienausstattung bei der Version XE (als Zubehör bei Version XC) 
- weltweit erstes Motorrad mit integriertem Steuerungssystem für GoPro-Kameras 
- TRIUMPHs erstes Bluetooth-Verbindungssystem (via optionalem Connectivity Module), mit Anbindung von Navigation, Mobiltelefon und Musikabspielfunktion

Ausstattung und Komponenten Triumph Scrambler 1200:

- erstmals in dieser Klasse: voll einstellbare Öhlins-Stoßdämpfer mit langen Federwegen
- voll einstellbare Showa-Vorderradgabel mit langen Federwegen
- Doppelscheiben-Bremsanlage mit Brembo M50-Radial-Monobloc-Zangen
- in Handarbeit gefertigte Aluminium-Hinterradschwinge
- klappbare Schalt- und Bremspedale mit Schnelleinstelloption bei der Version XE
- hochwertige Speichenräder für Einsatz von Schlauchlosreifen, als erstes Motorrad seiner Kategorie in 21-Zoll-Dimension am Vorderrad  
- besonders hochwertig gearbeitete Details und Oberflächenfinishes
- nahtlos verarbeiteter Tank, inklusive „Monza“-Tankdeckel und Tankhalteband
- über 80 neue Scrambler-Zubehörteile für die Individualisierung
- zwei neue Inspiration-Kits: „Escape” für den Touringeinsatz und „Extreme“ mit einem stärkeren Offroad-Fokus
Technische Daten Triumph Scrambler 1200 XC:

Motor: Paralleltwin, flüssigkeitsgekühlt, 8 Ventile, SOHC, 270° Hubzapfenversatz, 1.200 ccm, Bohrung/Hub: 97,6 x 80 mm, Verdichtung: 11:1
Leistung und Drehmoment: 90 PS (66,2 kW) bei 7.400 U/min, 110 Nm bei 3.950 U/min
Elektronische sequenzielle Multipoint- Kraftstoffeinspritzung
Auspuff: Gebürstete 2-in-2-Edelstahlanlage mit hochgelegten gebürsteten Edelstahl-Doppelschalldämpfern
Drehmomentunterstützte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, 6-Gang
Rahmen: Stahl-Zentralrohrrahmen mit zwei Unterzügen, Aluminium-Zweiarmschwinge, 547 mm lang
Räder: Aluminiumfelgen mit 36 Speichen, schlauchlos, 21 x 2,15 Zoll Aluminiumfelgen mit 32 Speichen, schlauchlos, 17 x 4,25 Zoll, Reifen vorne 90/90-21, hinten 150/70 R17
Gabel: voll einstellbare 45-mm-Showa-Upside-Down-Gabel mit 200 mm Federweg
Federbeine: voll einstellbare Öhlins-Federbeine mit zwei Federn und Ausgleichsbehälter, 200 mm Federweg
Bremsen: Zwei 320-mm-Bremsscheiben, Brembo-M50-Monoblock-Bremssättel mit radialem Hauptzylinder, abschaltbares ABS, hinten 255-mm-Bremsscheibe, Brembo-Doppelkolben-Schwimmsattel, abschaltbares ABS 

Technische Daten Triumph Scrambler 1200 XE:
Motor: Paralleltwin, flüssigkeitsgekühlt, 8 Ventile, SOHC, 270° Hubzapfenversatz, 1.200 ccm, Bohrung/Hub: 97,6 x 80 mm, Verdichtung: 11:1
Leistung und Drehmoment: 90 PS (66,2 kW) bei 7.400 U/min 110 Nm bei 3.950 U/min
Elektronische sequenzielle Multipoint- Kraftstoffeinspritzung
Auspuff: Gebürstete 2-in-2-Edelstahlanlage mit hochgelegten gebürsteten Edelstahl- Doppelschalldämpfern
Drehmomentunterstützte Mehrscheiben-Ölbadkupplung 6-Gang
Rahmen: Stahl-Zentralrohrrahmen mit zwei Unterzügen, Aluminium-Zweiarmschwinge, 579 mm lang
Räder: Aluminiumfelgen mit 36 Speichen, schlauchlos, 21 x 2,15 Zoll Aluminiumfelgen mit 32 Speichen, schlauchlos, 17 x 4,25 Zoll, Reifen vorne 90/90-21, hinten 150/70 R17
Gabel: voll einstellbare 47-mm-Showa Upside-Down-Gabel mit 250 mm Federweg
Federbeine: voll einstellbare Öhlins-Federbeine mit zwei Federn und Ausgleichsbehälter, 250 mm Federweg
Bremsen: Zwei 320-mm-Bremsscheiben, Brembo M50-Monoblock-Bremssättel mit radialem Hauptzylinder, abschaltbares Kurven-ABS, hinten 255-mm-Bremsscheibe, Brembo Doppelkolben-Schwimmsattel, abschaltbares Kurven-ABS
Motorrad Bildergalerie: Triumph Scrambler 1200

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Die Details zu den beiden Scrambler-Schwestern XC und XE erfuhren wir bereits bei einer internationalen „statischen“ Präsentation in London Ende Oktober. 90 PS und 110 Nm aus dem bekannten 1200er Parallel-Twin, der mittlerweile glückliche sieben Modelle befeuert, 200 bzw- 250 Millimeter Federweg, 840 bzw. 870 Millimeter Sitzhöhe, 5 bzw. 6 Fahrmodi, Fahrwerk von Öhlins und Showa, Bremsen von Brembo und auch sonst zwei fein bestückte Schönheiten. Die Erwartungen an die Neuzugänge im Modern Classics-Segment von Triumph waren entsprechend hoch und an das große Selbstvertrauen der Briten geknüpft, was die Versprechen zur Geländegängigkeit der Scrambler betrifft. Handelt es sich wirklich um ernste Enduros, oder ist alles nur englischer Eklektizismus?

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