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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
21.6.2018

DAUERTEST SUZUKI V-Strom 250DAILY DRIVER

17,3 Liter Tankinhalt in Kombina­tion mit weniger als drei Liter Verbrauch – kein anderes Motorrad in unserem Fuhrpark nimmt den Rubrik-­Titel „Longrun“ wörtlicher als die Viertelliterversion der Suzuki V-Strom. Wir können uns gut vorstellen, dass man es mit der DL 250 von unserem Redaktionsbüro ohne Zwangspause an der Zapf­säule nach Lignano schaffen könnte. So verlockend ein kleiner dienstlicher Ausflug ans Meer auch immer ist, diesmal hat sich noch kein Freiwilliger für das Experiment gemeldet. Die heikle Mission muss wohl am Ende durch Streichholzziehen zugeteilt werden. 

Der für das MM-Team eher untypische Mangel an Testmotivation könnte eventuell am Topspeed und an der klassentypisch eher überschaubaren ­Power von 25 PS und 23 Newtonmetern liegen. Je nach Gewichtsklasse des ­wackeren Piloten erreicht die Kompakt-Reiseenduro damit immerhin stattliche 136 km/h Tacho-Topspeed. Da gewinnt man immerhin Autobahnduelle gegen große Lkw locker; gegen gut motorisierte Kastenwagen können sich Duelle indes schon einmal über längere Strecken hinziehen. Lieb gewonnen haben wir die schmale V-Strom schon jetzt im dichten Stadtverkehr: Fast wie ein Fahrrad wedelt die fahrfertig 188 Kilo schwere 250er in der Rushhour durch die Blechlawine und muss sich selbst in der Style-Wertung nicht verstecken. 

Das kräftige Rot unserer Bonsai-V-Strom sorgt für eine erstaunlich scharfe Optik, die Proportionen von Fahrzeug und Fahrer harmonieren bis 180 Zentimeter Körpergröße perfekt. So könnte man die aktuell zum Aktionspreis von 4290 Euro erhältliche Mini-V-Strom auf den ersten Blick tatsächlich mit einer ihrer ausgewachsenen Schwestern verwechseln. 

Das im Alltagseinsatz beinahe unverzichtbare 20-Liter-Kofferset, das mit ­wenigen Handgriffen an den dezent ins Fahrzeugdesign integrierten Halterungen montiert werden kann, haben wir übrigens schon geordert, ein Feedback dazu reichen wir in einem der nächsten Berichte nach.

Der SOHC-­Reihen-Zweizylinder (von wegen ­„V“-Strom!) basiert auf dem Motor des 2012 präsentierten Einsteiger-Naked-­Bikes GW 250 Inazuma. Für den ­Reiseenduro-Einsatz und wegen Euro 4 wurde das Aggregat umfangreich runderneuert und für den Tempobereich 20 bis 90 optimiert. Daher punktet der Twin mit seidiger Gas­annahme, schaltfauler Abstimmung und bravem Schub auch bei niedrigen Drehzahlen. Trotzdem wollen wir nichts schönreden: Sobald der Kurvenslalom endet und man eine lange Gerade entert, bleibt die Performance der V-Strom 250 überschaubar.

Deutlich imposanter als ihre Power ist erfreulicherweise die Bremswirkung und auch das Bosch-ABS erfüllt brav seinen Zweck. Das inverse LCD-Cockpitinstrument samt serienmäßiger 12-Volt-Steckdose fürs Navi gibt ebenfalls keinen Anlass für Kritik und der kleine Windschild funktioniert erstaunlich effizient. Mal schauen, das Mittelmeer dürfte ja bereits Badetemperatur haben … 

• Warum ausgerechnet die V-Strom 250?
Weil man dem neuen Trend zur Bonsai-Reiseenduro eine Chance geben muss – und weil sich die sparsame V-Strom 250 als urbaner Allrounder perfekt für den alltäglichen Billa-Sprint eignet 

• Was uns besonders gefällt:
das kräftige Rot, die fahrradähnliche Handlichkeit, die beinahe unendliche Reichweite 

• Was wir vorhaben:
einmal 140 km/h am Tacho zu sehen, eine Tankfüllung ohne Pause leer fahren, die V-Strom 250 ein Wheelie lehren 

SUZUKI V-STROM 250
Technische Daten

Reihen-Zweizylinder, flüssig gekühlt • 248 ccm • 18,4 kW/ 25 PS • 23,4 Nm • Sitzhöhe: 800 mm • Gewicht (vollget.): 188 kg • ABS • Aktionspreis Österreich: € 4290,– (Stand Juni 2018)

 

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Die Suzuki RM-Z250 wurde 2004 eingeführt und 2010 mit der ersten elektronischen Benzineinspritzung bei einem Suzuki Viertakt-Crosser upgedatet. Der Suzuki Hole Shot Assist, eine Launch Control für einen optimalen Start, folgte schließlich 2016. Nun hat Suzuki die 250er komplett überarbeitet und in den drei wesentlichen Punkten Leistung, Handling und Bremskraft verbessert. Zudem tritt sie nun im Design der großen Schwester RM-Z450 auf, mit blauer Sitzbank und Tank.

• 5% mehr Leistung und besseres Ansprechverhalten
• Verbessertes Traction-Management basierend auf Gasgriffstellung, Gang und Motordrehzahl
• Verbesserte Suzuki Holeshot Assist Control (S-HAC)
• Zwei Einspritzdüsen 
• Überarbeiteter Auspuff
• Neues Übersetzungsverhältnis 

• Neuer Rahmen und Schwinge
• Neue Gabel
• Überarbeitetes Federbein
• Renthal Fatbar Aluminum Lenker 
• Neue DUNLOP Reifen 
• Design der RM-Z450 
• Größere Bremsscheiben und verbesserte Bremszangen
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