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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
23.10.2019

Ducati Streetfighter V4Das stärkste Naked Bike aller Zeiten

Die Gerüchte hatten sich zuletzt schon verdichtet, trotzdem ist das Bike eine Überraschung. Als Highlight des 2020er-Modelljahrgangs ganz am Schluss von Boss Claudio Domenicali präsentiert, läutet die Streetfighter V4 eine neue Zeitrechnung im Segment der Hyper-Naked-Bikes ein: In punkto Power, Gewicht und Elektronik hat es vor dem heutigen Tag im Segment der Unverkleideten nichts Vergleichbares gegeben. Wir halten nun bei 208 PS bei 12.750 Umdrehungen und 123 Nm bei 11.500 U/min. Zumindest im letzten Punkt hat die ebenfalls heute präsentierte Kawasaki Z H2 die Nase vorne.

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Die Streetfighter V4 basiert auf der Panigale V4, eh klar. Es kommt also der Desmosedici Stradale mit 1103 Kubikzentimeter zum Einsatz, dazu ein Front-Frame, der den Motor als tragendes Element nutzt. Die Unterschiede zur Panigale liegen auf dem ersten Blick am geraden Lenker, dem Fehlen der Vollverkleidung und eines stattdessen montierten, sehr markanten Aerodynamikpakets. Das besteht aus Bi-Plane-Wings an den Flanken, also jeweils zwei Flügeln an jeder Seite. Das sieht für unseren Geschmack gar nicht einmal so hübsch aus, aber das muss ja jeder selbst beurteilen. Auf jeden Fall soll diese Lösung extrem effektiv sein, sagt Domenicali. Bei 270 Stundenkilometer werden 28 Kilo Anpressdruck am Vorderrad erzeugt, das sind nur um zwei Kilo weniger als bei der verkleideten Panigale V4 mit den für 2020 neu angebrachten, effektiveren Winglets. Laut Domenicali war dieses Aerodynamik-Paket die bessere Möglichkeit, um für Highspeed-Stabilität zu sorgen; die andere wäre eine verlängerte Schwinge gewesen, was aber wiederum das Handling und die Agilität auf kurvigen Strecken beeinträchtigt hätte.

Neben dem geraden Lenker wurde natürlich auch die Fußraster-Position entschärft, der mit 60 Millimeter Dicke weichere Sitz liegt mit 845 um 25 Millimeter tiefer als bei der Panigale V4. Der 16-Liter-Tank wirkt schlank, auch deshalb, weil sich ein Teil des Volumens unter dem Sattel weiter nach hinten zieht. Einen Sozius/eine Sozia kann man dank Zweisitzer-Kit auch mitnehmen, aber es lässt sich schon erkennen, dass auf dem Beifahrerplätzchen wohl eher nicht das große Glück zu finden sein wird.

Da schon eher einen Sitz weiter vorne. Hier befindet sich ein appetitlicher 5-Zoll-TFT-Bidschirm, mit dem man das ganze Elektronik-Arsenal der Streetfighter V4 steuern kann: Kurven-ABS, die modifizierte und noch schlauere Traktionskontrolle DTC Evo 2, die Slide Control, die Wheelie Control, den Ducati Power Launch, die Engine Brake Control und den Quickshifter für up/down. Drei Fahrmodi gibt’s auch, auf Wunsch zusätzlich einen Lap Timer, den DucatI Data Analyser + mit GPS und das Ducati Multimedia System.

In Sachen Hardware kommt beim Basismodell vorne eine 43er-Showa-Big-Piston-USD-Gabel zum Einsatz, hinten ein Sachs-Federbein, beides komplett einstellbar. Dazu kommen ein Sachs-Lenkungsdämpfer, Pirelli Diablo Rosso Corsa II und Stylema-Monoblock-Bremsssättel von Brembo. Das Basismodell ist wie die S vorderhand nur in Rot mit dunkelgrauem Rahmen und schwarzen Rädern zu bekommen. Der einzige farbliche Unterschied: Das Standardmodell besitzt einen roten, die S einen schwarzen vorderen Kotflügel.

Der Unterschied zum S-Modell liegt wie so oft bei Ducati im Fahrwerk und ein paar Details. Im Fall der Streetfighter V4 besteht er in einem hochwertigen semi-aktiven elektronischen Öhlins-Fahrwerk, inklusive Öhlins-Lenkungsdämpfer. Dazu werden noch Schmiederäder von Marchesini spendiert.

Dieses Paket macht sich auch im Gewicht bemerkbar. Ducati gibt für das Basimodell ein Trockengewicht von 180 und ein vollgetanktes Gewicht von 201 Kilo an; die Streetfighter V4 S soll trocken 178 und vollgetankt 199 Kilo wiegen. Das dürfte auch den großen Unterschied zur Kawasaki Z H2 ausmachen: Die Japanerin wiegt vollgetankt 239 Kilo!

Interessant für Ringfahrer ist sicher auch die Option auf gezielte Modifikationen im Auspufftrakt. Ducati bietet von Anfang an zwei – nicht straßenzugelassene – Zubehörteile von Akrapovic an: einen Slip-on und eine Komplettanlage aus Titan. Letztere soll die Leistung auf 220 PS pushen und das Gewicht nochmals um sechs Kilo senken!

Zurück zur Alltagstauglichkeit: Wie für alle Modelle gewährt Ducati auch für die Streetfighter V4 lange Wartungsintervalle: 12.000 Kilometer; die Kontrolle des Ventilspiels ist alle 24.000 Kilometer erforderlich. 

Bleibt zum Schluss noch der Blick auf den Preis. Da bislang nur die italienischen Preise veröffentlicht wurden, können wir in dieser Hinsicht nur spekulieren. In Italien kostet die Streetfighter V4 um 900 Euro weniger als eine Multistrada 1260 S. Umgelegt auf Österreich wäre das ein Preis von rund 22.400 Euro. Das S-Modell würde nach dieser Rechnung rund 25.600 Euro kosten. In Deutschland dürfte die Sache wie immer noch viel freundlicher aussehen, da müsste sich ein Einstiegspreis unter 20.000 Euro ausgehen.

Die Ducati Streetfighter V4 soll in Italien ab März 2020 verfügbar sein, wir gehen davon aus, dass wie in Österreich und Deutschland ebenfalls im März oder April beliefert werden – und hoffentlich vorher schon im Sattel sitzen!

 

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