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BMW R 1300 R SuperhooliganHommage an das erste siegreiche Superbike
Was uns heute Nervenkitzel und oft auch Gänsehaut beschert – die Superbike-Weltmeisterschaft –, das war vor 50 Jahren noch gänzlich unbekannt. Erst Anfang/Mitte der Siebzigerjahre kam es zu den ersten größeren Rennen mit Geräten, die auf Serienmotorrädern basierten. Diese waren aber bald so populär – speziell in den USA –, dass man die Initiative ergriff und eine eigene Rennserie ins Leben rief: die AMA Superbike Meisterschaft.
Diese nationale Serie gilt als Startschuss der Szene, aus der sich letztlich mehr als ein Jahrzehnt später (1988) die Superbike-WM entwickelte.
Zurück ins Jahr 1976. Als die neue Serie ins Leben gerufen wurde, wollte der US-Importeur von BMW-Motorrädern, Butler & Smith, unbedingt teilnehmen. Mit der heute kultigen R 90 S hatte man auch ein Modell im Programm, das ins Format passte und siegfähig schien. Dass dieses Boxer-Sportbike dann die Serie im Premierenjahr dominierte, das hätten aber wohl die wenigsten geahnt.
Schon beim ersten Lauf in Daytona am 6. März 1976 gewann BMW-Pilot Steve McLaughlin im Fotofinish vor seinem Teamkollegen Reg Pridmore. Doppelsieg für BMW! Pridmore revanchierte sich und wurde am Ende der Saison der erste AMA Superbike Champion. Mehr über diese historischen Heldentaten und ein Wiedersehen mit den Akteuren gibt’s übrigens in unserer Ausgabe 3/2026, die Mitte April erscheint. Unser Autor Ulf Böhringer ist bei den 50-Jahre-Feiern in Daytona live mit dabei und trifft die Stars von damals.
Weiter geht’s mit der Hommage, der R 1300 R Superhooligan.
Eine kleine Gruppe des BMW Motorrad Custom Speed Shop hat die Chance genutzt, diesen geschichtsträchtigen Rennsporterfolg in Gestalt eines spektakulären Custom Bikes zu würdigen: der BMW R 1300 R Superhooligan. Im Rahmen dieses außergewöhnlichen Projekts realisierten Philipp Ludwig als Projektleiter mit Katrin Torge, Fahrzeugdesigner Andreas Martin, Theresa Stukenbrock als Farb- und Grafikdesignerin gemeinsam mit der Erfahrung und dem Herzblut der Prototypenbauer Paul Summerer und Thomas Becker ein einzigartiges Fahrzeug.
Reminiszenzen an Steve McLaughlins Sieg in Daytona vor 50 Jahren weckt dabei nicht nur die Startnummer 83 der Superhooligan, sondern auch die mit der damaligen Farbe der R 90 S versehenen Bauteile wie Vorderradkotflügel und Tankseitenverkleidungen. Korrespondierend dazu findet sich das Blau der BMW M 1000 RR Bremszangen auch am Aluminium-Rahmenheck sowie an den Standrohren der für mehr Schräglagenfreiheit um 30 Millimeter verlängerten und voll einstellbaren Upside-Down-Gabel von Wilbers wieder. Stimmig dazu ist auch die Feder des voll einstellbaren Wilbers-Federbeins in Blau gehalten.
Dem fahrdynamischen Anspruch des bis zu 275 km/h schnellen Custom-Roadsters mit Superbike-Attitüde tragen schließlich das leichte und Handling-fördernde Carbon-Vorderrad der BMW M 1000 RR sowie eine Vielzahl leichter und gleichzeitig hochfester Carbon-Bauteile Rechnung. Voll einstellbare Handhebel aus dem Hause Advik sowie eine leichte und klangvolle Titan-Auspuffanlage mit Carbon-Endschalldämpfer von Akrapovič und gefräste BMW-Fußrasten runden das supersportliche Custom-Roadster-Projekt ab.
Wichtig zu wissen: Die BMW R 1300 R Superhooligan ist kein Showbike! Dieses Jahr geht Nate Kern im Rahmen der 200 Meilen von Daytona mit diesem Bike bei der von Roland Sands präsentierten Mission Foods Super Hooligan Rennserie als Teil der MotoAmerica an den Start.
BMW R 1300 RS Test
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