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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
2.5.2018

HARLEY FORTY-EIGHT SPECIAL TESTZWEI FÄUSTE FÜR EIN HARLEYLUJA

Wenn sich eine Firma auf die kunstvolle Auffächerung einer Modellpalette versteht, dann ist das Harley-Davidson. Durch die geschickte Kombination von verschiedenen Tankgrößen, Sitzbänken, Rädern, Lenkern, Lackierungen entsteht so auf der gleichen technischen Basis eine ganze Familie für die unterschiedlichsten Geschmäcker und Bedürfnisse.

Jüngstes Beispiel ist die Sportster-Garde. Die kleinen Luftgekühlten bekommen 2018 weiteren Zuwachs durch die neue Iron 1200 und die Forty-Eight Special. Letztere stellt dem Urvater aller modernen Bobber eine leicht veränderte Interpretation zur Seite.

Groß sind die Unterschiede zur normalen und bekannten Forty-Eight nicht, muss man sagen. Ihr wichtigstes Merkmal stellt der höher aufragende Tallboy-Lenker dar. Im Gegensatz zum Mini-Ape, wie er beispielsweise auf der Iron 1200 montiert ist, steht der Tallboy aufrechter, seine Griffe sind weniger stark gekröpft. So wird der Fahrer in eine leicht vorgeneigte Position gezwungen, die Fäuste werden in den Wind gestreckt.

Die weiteren Veränderungen sind ausnehmend dezent: Die Felgen mit ihren neun Doppelspeichen sind hier in hochglänzendem Schwarz lackiert, der Antrieb und die Schalldämpfer dürfen etwas mehr Chrom tragen als das Basismodell. Dazu gibt’s auffällige Lackierungen und Harley-Schriftzüge im Seventies-Design. Da sich nicht viel verändert hat, ist konsequenterweise auch der Preis gleichgeblieben: mit 14.795 Euro (Österreich) zahlt man für die Forty-Eight Special genauso viel wie für die schon länger bekannte Forty-Eight ohne Namenszusatz.

Wie macht sich nun der neue Lenker beim Fahren bemerkbar? Zugegeben, beim Umstieg von einem anderen Motorrad braucht man ein wenig, um sich an die Sitzposition zu gewöhnen. Die Beine sind ja weiterhin relativ weit nach vorne gestreckt, aber auch der Oberkörper will nach vorne – so muss der Körper leicht u-förmig in Position gebracht werden. Dies allerdings nicht in einem so extremen Maß wie bei der normalen Forty-Eight, die einen tief angebrachten Lenker besitzt.

 

Doch schon nach wenigen Kilometern hat man sich an diese Haltung gewöhnt, dann funktioniert’s auch über längere Strecken. Auf solchen lässt sich die Forty-Eight durchaus auch ein wenig sportlicher bewegen. Dank der massiven 49er-Telegabel ist die Forty straffer abgestimmt als etwa die Iron 1200, bietet mehr Stabilität beim harten Anbremsen (was mit nur einer Scheibe vorne erstaunlich gut funktioniert) und weniger Eigenleben in flotten Wechselkurven. Einen kleinen Komfort-Nachteil muss man dafür in Kauf nehmen, allerdings nicht in einer Art, die die Freude am Bobbern untergräbt. Dass man bald mit den Fußrastern, wenig später mit dem unteren Schalldämpfer aufsitzt, liegt in der Natur des tief gelegten Fahrwerks – und erzieht zu sauberer Fahrlinie.

Erstaunlich gering sind die Einflüsse des weiterhin fetten Vorderrads: 130/90-16 misst die Walze, die ja als Kennzeichen für das Bobber-Dasein gilt. Die Forty-Eight Special lenkt leichtfüßig ein, ist erstaunlich beweglich für ein Bike, das mit 256 Kilo vollgetankt beileibe keine grazile Gazelle ist. Die Nachteile: Zum einen der aus Designgründen gewählte kleine Peanut-Tank, der nicht einmal acht Liter fasst und einen nach rund 130 Kilometer an die Tankstelle zwingt. Zum Anderen zeigt der 1200er-Evolution-Motor kleine Eigenwilligkeiten, indem er ein relativ kleines Wohlfühlfenster hat. Zwischen 2000 und 3000 Touren ist die Cruiser-Welt in Ordnung, darunter wird’s ruckelig, darüber treten gröbere Vibrationen auf, hier besonders im Bereich der Fußraster. Bleibt man hingegen innerhalb dieses Fensters, dann wird man mit sattem Sound und der genau richtigen Dosis an Vibes belohnt. Fleißiges Schalten, wie es beispielsweise im Stadtverkehr notwendig ist, gelingt aufgrund des präzisen Getriebes auch anstandslos.

Unser Resümee: Mit der Forty-Eight Special bietet Harley nun eine dezent modifizierte Alternative im immer beliebter werdenden Bobber-Segment. Die flache Linie der normalen Forty-Eight wird durch den höheren Lenker zwar kompromittiert, dafür werden viele Fahrer sicher die etwas entschärfte Sitzposition schätzen. Die straffere, sportliche Auslegung gefällt uns weiterhin, genauso wie der unverschnörkelte Look und der gute Sound des luftgekühlten Evolution-Motors, der allerdings ruhig noch eine Spur elastischer sein könnte. Wie’s geht, zeigt ja seit kurzem der große Milwaukee-8.

Motorrad Bildergalerie: Harley Forty-Eight Special im Test

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Bobber:

14.12.2017

Triumph Bonneville Bobber Black
Triumph Bonneville Bobber Black

Triumph Bonneville Bobber Black im testSCHWARZ WIE DIE PRACHT

Die Bonneville Bobber ist kaum ein Jahr am Markt, da schiebt Triumph schon eine zweite Modellvariante nach: die Black. Der Name ist Programm: Zum einen gibt’s die Black natürlich nur in Schwarz (glänzend oder gegen Aufpreis von 125 Euro in Matt), dazu wurden fast alle Teile, die an der normalen Bonneville Bobber glänzen dürfen, geschwärzt; unter anderem der Lenker, sämtliche Hebeleien, die Schalldämpfer, die Sitzschale oder die Antriebseinheit mit Motor/Getriebe.

Doch nur mit Schwarzmalerei wollte es Triumph dann doch nicht belassen. Die Bobber Black sollte auch cooler, böser, muskulöser werden, weshalb die gesamte Frontansicht umgearbeitet wurde. Statt der 41er-KYB-Gabel wird nun eine massive 47er-Vorderradführung von Showa eingebaut. Sie dirigiert ein ebenso fettes Rad, das mit kleinem Querschnitt und aufgepumptem Reifen den aktuellen Bobber-Trend perfekt aufgreift: 130/50-16 steht am eigens entwickelten Avon-Cobra-Gummi. Zu guter Letzt spendiert Triumph der Bobber Black noch eine zweite vordere Bremsscheibe von Brembo, die das wuchtigere Erscheinungsbild nochmals forciert.

Weitere Bausteine bestehen in zwei serienmäßigen Ausstattungen, die bei der normalen Bonneville Bobber nur als Extras zu haben sind: der (natürlich schwarze) 5-Zoll-Voll-LED-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht sowie der Tempomat, der sich mit lediglich einer Taste bedienen lässt. Unterm Strich summieren sich die hinzugekommenen oder aufgewerteten Elemente zu einer Gewichtszunahme von 9,5 Kilo, womit wir bei 237,5 Kilo halten – trocken.

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4.10.2017

Triumph Bobber Black 2018
Triumph Bobber Black 2018

Triumph 2018 Bobber BlackDark Horizon

Noch bevor das jährliche Neuheiten-Feuerwerk bei der internationalen Motorradmesse EICMA in Mailand startet, nutzt Triumph die momentan eher News-arme Zeit um zwei neue Vintage-Modelle für 2018 ins Scheinwerferlicht zu rücken. Die Briten nehmen die Eröffnung ihres brandneuen Besucherzentrums in Hinckley (Museum mit spektakulärer Sammlung historischer Triumph-Raritäten, Café und Merchandising-Shop, geöffnet ab 1. November bei freiem Eintritt) als Anlass die Bobber Black und die Speedmaster der Öffentlichkeit vorzustellen.

Laut Angaben des Herstellers ist die Bobber das „am schnellsten verkaufte Motorrad in der 115-jährigen Geschichte von Triumph“. Und weil man Eisen bekanntlich schmieden soll solange es heiß ist, legt man nun eine düstere, bösere, potentere Modellvariante nach. Abweichend von der gewohnten Modellbezeichnungs-Philosophie von Triumph übertrifft die neue „Black“-Version der Bobber in Sachen Technik und Performance ihre Standard-Schwester deutlich. Statt einer 41-Millimeter-Gabel wird beispielsweise eine fette 47-Millimeter- Cartridge-Gabel von Showa verbaut, statt des 19-Zoll- Vorderrades wird eine 16-Zoll- Version mit Avon-Cobra- Bereifung montiert. Für standesgemäße Verzögerung sorgt eine Brembo-Bremsanlage mit 310-Millimeter- Doppelscheiben an der Front. Die LED-Lichtanlage mit markantem Tagfahrlicht garantiert maximales Sehen und gesehen werden bei nächtlichen Spritztouren. ABS, Traktionskontrolle, zwei Riding-Modes und ein Tempomat sind serienmäßig an Bord.

Motorisch leistet das aus der Bonneville T120 stammende Triebwerk in der Bobber Black 77 PS und 106 Newtonmeter. Die Sitzhöhe wurde auf niedrige 688 Millimeter reduziert. Ihrer Typenbezeichnung macht die Bobber Black (erhältlich 2018 wahlweise in glänzender oder matter Lack-Variante) selbstverständlich ebenfalls alle Ehre. Slash-Cut-Auspuffanlage, Fußraster, Bremspedal, Schaltgestänge, Handhebel, Lenker, Einzelsitzschale, Motorabdeckungen, Radnaben: Schwarz wohin das Auge blickt.

Wie sich das neue Modell fährt? Einen ersten Fahrbericht mit vielen Action-Fotos findet ihr bereits hier!
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16.7.2017

Indian Scout Bobber
Indian Scout Bobber

Indian Scout BobberBAd to the Bone

Erste 2018er-News zu Saisonmitte: Indian präsentiert eine neue Spielart der Scout, die ein wenig aggressiver, sportlicher wirkt: die Scout Bobber. Damit erweitern die Indianer ihre Einstiegspalette auf drei Modelle: neben Scout Bobber gibt es ja noch die klassische Scout und die etwas abgespeckte, günstigere Scout Sixty.

Mit der Scout Bobber reagiert Indian nicht nur auf einen aktuell herrschenden Trend zu finsteren, chrombefreiten Fahrzeugen, sondern schließt auch eine Lücke, die durch den Wegfall der Schwestermarke Victory entstanden ist. Dort wurde ja kurz vor dem Zusperren die „Octane“ lanciert, die ebenfalls auf der Scout-Plattform aufgebaut und ein eher grimmiges, sportliches Bike im Dragster-Stil verkörpert hat.
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Harley-Davidson:

31.3.2019

Metzeler Cruisetec auf einer Harley-Davidson Softail Slip auf Nässe in Schräglage.
Metzeler Cruisetec auf einer Harley-Davidson Softail Slip auf Nässe in Schräglage.

Metzeler Cruisetec im TestGemütlich war gestern

Die meisten Cruiser von heute haben mit den chrombeladenen Christbäumen vergangener Tage so viel zu tun wie Dirty Harry mit Mahatma Ghandi. Dennoch sind die meisten Reifen für Cruiser noch nach alten Maßstäben gestaltet. Abhilfe verspricht nun Metzeler mit dem neuen Cruisetec. Der Reifen – angeblich eine der aufwändigsten Entwicklungen der Marke in den letzten Jahren – macht einige moderne Reifentechnologien nun auch für Cruiser verfügbar, unter anderem die so genannte Bi-Compound-Technologie. Wir haben den Reifen bereits getestet.

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5.3.2019

Harley-Davidson Milwaukee-8 Motor mit 114 Cubic Inch seitlich fotografiert
Harley-Davidson Milwaukee-8 Motor mit 114 Cubic Inch seitlich fotografiert

Harley-Davidson Touring 2019Darf’s noch etwas mehr sein?

Dass sich die Amerikaner mit fast schon übergroßer Liebe der Touring-Palette widmen, liegt in der Natur der Sache: Einerseits stehen die dicken Schiffe in der eigenen Verkaufshitparade ganz oben, andererseits werden mit diesen Modellen hübsche Deckungsbeiträge erwirtschaftet, die Harley momentan ganz gut brauchen kann. Kein Wunder also, dass man hier auch zwischen den großen Modellwechselzyklen investiert und optimiert.

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