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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
18.2.2019

Honda CBR500R 2019 im TestDie MotoGP lässt grüßen

Kleine Sportbikes haben ihren ganz eigenen Reiz: Es macht einfach Laune, sich aufs Motorrad zu falten, das Bike bei den Hörnern zu nehmen und den Motor richtig auszudrehen. Was einem bei Superbikes ins Nirvana oder in das Hinterzimmer des Sheriffs verfrachtet, das hat in der mittleren Hubraumkategorie höchstens einen erhobenen Zeigefinger oder ein Grinsen zur Folge. Letzteres auf jeden Fall auf der Fahrerseite.

Hondas Waffe in der A2-Kategorie hieß in den letzten Jahren CBR500F. Für 2019 wurde das Zweizylinderbike nun mit einem „R“ hinter der Ziffer geadelt. Zurecht, möchten wir sagen, denn der Sportler wirkt nicht nur deutlich schärfer, sondern gibt sich auch angriffslustiger.

Beginnen wir mit der wichtigsten Änderung an der CBR500R: der Sitzposition. Der geteilte Lenker ist nun schmaler und wurde tiefer und weiter vorne angebracht – unter einer neuen, sehr edel gefertigten Gabelbrücke. Dadurch wird der Fahrer in eine kampfbereitere Position gezwungen: Der Rücken ist um acht Grad weiter nach vorne geneigt. Diese Änderung ist spürbar und sorgt bei langer Fahrt für etwas mehr Druck auf die Handgelenke, ist aber längst nicht extrem. So lässt sich’s alleweil aushalten.

Der Vorteil der tieferen Lenkerposition macht sich auch in der Silhouette bemerkbar: Die Designer konnten so auch die gesamte Front absenken, die neue Maske sitzt tiefer und wirkt damit um einiges cooler. Daran haben natürlich auch die beiden LED-Scheinwerfer ihren Anteil, die viel grimmiger aus der Front blicken. Auch die Blinker arbeiten nun mit LED-Technologie und können daher deutlich schlanker ausfallen.

Analog zur Front wurde auch die Seitenverkleidung der Honda CBR500R mit mehr Drama ausgestattet. Sie hat mehr Kanten, zieht sich im unteren Bereich weiter nach hinten und zeigt einige Analogien zur großen Schwester, der Fireblade. Witzige Details sind rechts und links Winglets im unteren Bereich, die als klarer Verweis auf die MotoGP eingeplant wurden. Insgesamt fallen auch die aerodynamischen Qualitäten besser aus.

Was ist sonst noch neu? Der nun gerade verlaufende Heckrahmen macht die hintere Hälfte leichter, vor dem Fahrer befindet sich ein neues LC-Display (das gleiche wie auf der CBR650R!), das nun prominent eine Ganganzeige integriert, auf die man ja heute nicht mehr verzichten will.

Zu den technischen Updates der CBR500R zählt eine kleine Revision des Motors, der dank größerem Ventilhub, neuen Steuerzeiten und einem begradigten Ansaugweg im unteren und mittleren Drehzahlbereich um vier Prozent mehr Drehmoment bereitstellt. Die Maximalwerte von Leistung und Drehmoment blieben mit 48 PS und 43 Newtonmeter aber erhalten.

Ergänzend wurde der Auspuff nun mit zwei Endrohren ausgestattet, wodurch das Timbre um eine Nuance tiefer ausfällt und der Motor eine Spur dumpfer und damit erwachsener klingt, vor allem am Stand und bei niedriger Drehzahl. Auch die Kupplung ist neu, verfügt nun über eine Anti-Hopping- und Assist-Funktion, die für eine Halbierung der benötigten Handkräfte sorgt – sehr angenehm im urbanen Bereich, wo man bei Stop-and-Go ja dauernd am Hebel ziehen muss.

Minimale Updates finden wir außerdem beim Fahrwerk, das weiterhin vorne und hinten in der Vorspannung verstellbar ist; außerdem konnte die Honda CBR500R durch Feinschliff in vielen Details (Batterie!) auch um drei Kilo abspecken, womit man nun bei 192 Kilo vollgetankt hält. Der Tank fasst übrigens stolze 17,1 Liter.

Beim Fahren fällt, wie schon erwähnt, zunächst die stärker nach vorne orientierte Sitzhaltung auf. Der Sitz selbst befindet sich wie jener des Schwestermodells CB500F auf 785 Millimeter Höhe, was in Verbindung mit der Wespentaille auch kleineren Piloten einen sicheren Stand ermöglicht.

Nächster Eindruck: Der Windschutz ist wirklich hervorragend, schon die kleine Scheibe genügt, um den Winddruck vom Oberkörper des Fahrers fernzuhalten – und den Helm frei von Turbulenzen. Auch der Beinbereich wird durch die Verkleidung sehr gut geschützt.

Um das motorische Potential zur Gänze ans Licht zu holen, muss man natürlich auf hoher Drehzahl reiten – was aber durchaus Laune macht. Unter 6000 Umdrehungen ist der Motor zwar sanft und geschmeidig, doch wenn man halbwegs so unterwegs sein will, wie man mit diesem Modell aussieht, dann hält man sich lieber darüber auf.

Der größte Trumpf auf diesem Motorrad sind natürlich die Leichtigkeit und die Unkompliziertheit. Mit den sehr gut dosierbaren Bremsen lässt es sich weit in die Kurve hineinbremsen, wobei man mit den moderaten Reifendimensionen (160/60-17 hinten) ruhig auch mit flottem Schwung durch den Radius glühen kann – und gleich so viel Vertrauen fasst, dass die Fußraster fast in jeder Kurve den Asphalt beackern.

Große Freude auch mit der Abstimmung des Fahrwerks, das keine übersportliche Härte zeigt, sondern im Gegenteil noch recht komfortabel bleibt. Ein leichtes Aufschwingen bei brachialerer Gangart war wohl eher dem höheren Fahrergewicht geschuldet und lässt sich sicher über das Justieren der Vorspannung sicher aus dem Weg räumen.

Unterm Strich: Die Honda CBR500R hat sich den neuen Namen alleweil verdient und markiert nun eine der unterhaltsamsten Möglichkeiten, in der A2-Liga sportlich unterwegs zu sein. Das Hochdrehen macht Spaß, Federung und Bremsen passen, die Sitzposition ist eine Punktlandung zwischen aerodynamischem Rundrücken und alltagstauglicher Nutzbarkeit. Und darüber hinaus bekommt man einen Look, der den Besitzerstolz auf ein neues Niveau hebt, ergänzt mit vielen modernen, edlen Ausstattungen. Da geht eine moderate Preiserhöhung auf 7190 Euro in Österreich und 6990 Euro in Deutschland (inkl. Überführungskosten) aus unserer Sicht absolut in Ordnung. Wo sonst gibt’s so viel Spaß für wenig Spesen?

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