Leeren ›

Österreichs Plattform
Symbol, das darstellt, dass dieses Magazin 24h am Tag und 7 Tage die Woche verfügbar ist
für schräges Leben

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.

Kiosk-Button
menu
Christoph Lentsch
Autor: Mag. (FH) Christoph Lentsch
christoph.lentsch@motorrad-magazin.at
14.11.2019

Ducati Panigale V2 TestDie Letzte ihrer Art

Die Panigale V4 ist leichter, moderner, schneller und viel, viel stärker. Welchen Grund sollte es da also geben, noch zum "alten" V2 zu greifen? Außer natürlich der betörenden Schönheit der kleineren Superbike-Schwester aus Bologna. Sie ist wahrscheinlich nicht nur das schönste Supersport-Motorrad aller Zeiten, sondern ganz einfach das schönste Motorrad. Ducati schafft es auf unerklärliche Weise, seine Zweiräder immer noch ein bisschen ansprechender, eleganter und erotischer zu machen. Das gelang auch bei der Panigale V2, vormals 959. Der tiefe, fordernde Blick, die geschmeidige Verkleidung, die fließenden Formen und dieses unglaublich geile Heck. Selbst in der Sozius-Konfiguration sieht sie nahezu perfekt aus.

Nicht nur das Äußere wurde verfeinert, auch die Technik erhielt ein Upgrade. Der 955-Kubik-Superquadro erhielt trotz Euro 5 eine Kraftspritze von plus fünf PS und zwei Newtonmetern (durch geänderte Einlasskanäle und neue Einspritzdüsen) und die Elektronik der V4 samt 6-Achsen-IMU. Das heißt folgerichtig, dass ABS und DTC (Ducati Traction Control EVO 2) schräglagenabhängig gesteuert werden. Im serienmäßigen Fahrassistenzpaket sind weiters ein Schaltautomat für kupplungsfreies Hoch- und Runterschalten, eine Motorbremsmoment-Steuerung und eine Wheelie-Kontrolle enthalten. Über den neuen 4,3-Zoll-TFT-Bildschirm kann die Elektronik individuell auf äußere Umstände, Einsatzzweck und Fahrstil angepasst werden. Wer noch mehr Bits & Bytes auf den Rechner laden möchte, der kann optional einen Lap Timer GPS, den Ducati Data Analyser+ GPS und das Ducati Multimedia System installieren lassen.

Die Panigale V2 soll kein reines Sportgerät sein, sondern ein alltagstaugliches Superbike. Dementsprechend umgänglich ist ihre Auslegung. Eine angenehmere Ergonomie und die geänderte Fahrwerksabstimmung sollen den Komfort weiter erhöhen und dem Fahrer nicht nur auf der Rennstrece, sondern auch bei der Wochenendtour oder Alltagsfahrten entgegenkommen. Im Sattel wirkt die Position allerdings ziemlich radikal. Das Heck wurde höher und steiler, erinnert spitz in den Himmel ragend an einen Streetfighter. Der Sitz wurde um fünf Millimeter aufgepolstert und filtert zu viel Feedback raus, ermöglicht aber andererseits auch längere Tagestouren ohne unangenehme Druckschmerzen.

Der Kompromiss ist also nicht zu leugnen, den so ein rennstreckentaugliches Straßensportmotorrad mit sich bringt: Das voll einstellbare Fahrwerk ist etwas zu komfortabel ausgelegt und die Bremse lässt einen exakten, knackigen Druckpunkt vermissen. Man neigt dazu, den Hebel grobmotorisch zu bedienen, weil die Bremsleistung den hochwertigen Komponenten entsprechend sehr effektiv ist und man beim Überschreiten der Haftungsgrenze ohnehin vom ABS unterstützt wird.

Die drei Stufen des ABS:

Stufe 3: für den Straßeneinsatz, das ABS ist voll aktiv.
Stufe 2: die Abhebeerkennung des Hinterrads ist deaktiviert, die Slide-by-Brake-Funktion aktiv
Stufe 1: muss immer separat ausgewählt werden, da sie in keinem der drei Fahrmodi Race, Sport und Street als Standard vorgesehen ist. Ihr Einsatz wird ausschließlich für die Rennstrecke empfohlen, weil das ABS maximal spät eingreift und neben der Abhebeerkennung des Hinterrads auch die Kurvenfunktion abgeschaltet ist.

Die 8-stufige Traktionskontrolle:
Stufen 1-6 für trockene Verhältnisse, Stufen 7 und 8 für Nässe. Die DTC EVO 2 greift auf die Drosselklappen zu und kontrolliert den Zünd- und Einspritzungsverlauf. Dadurch soll nicht nur das völlige Abreißen der Haftung vermieden werden, sondern durch feine Regelintervalle auch Schwingungen im Fahrwerk minimiert werden.

In den drei Fahrmodi sind die Stufen des ABS und der TC voreingestellt. Sie können aber auch unabhängig eingestellt werden. In allen Fahrmodi steht die volle Leistung von 155 PS zur Verfügung, nur im Street-Modus spricht das Gas sanfter, progressiver an.

Der Sound des V2 hat einen Vorteil und einen Nachteil: Für Zuschauer und -hörer klingt er dumpf und gedeckt wie ein Rasierapparat im Reisekoffer, für den Fahrer eröffnet sich aber noch immer eine erregende Geräuschkulisse. Wer es etwas lauter haben möchte, dem sei die Akrapovic-Anlage empfohlen, die außerdem ein Plus von fünf PS und ein Minus von sieben Kilogramm bringt. Für unseren Rennstreckeneinsatz wurden die serienmäßigen Pirelli Diablo Rosso Corsa II gegen Supercorsa SC getauscht, weshalb die Panigale noch ein bisschen schärfer einlenkte, trotzdem ist bei Korrekturen oder schnellen Kurswechseln etwas Krafteinsatz gefragt.

Sie verlangt nach einer genauen Linie, exakten Bremspunkten und maximalem Schwung durch die schnellen Radien. Dort bleibt das Motorrad beruhigend stabil. Man fährt die V2 fast wie eine 600er, muss immer am Ball bleiben und das Gas früh anlegen. Wer am Kurvenausgang auf die Start-Ziel-Gerade im dritten steckenbleibt, verhungert völlig. Man erlebt zwar kein spektakuläres Fahren, aber ein schönes, elegantes, so, wie es der Statur des schlanken Superbikes entspricht. Diese ermöglicht viel Bewegungsfreiheit und tiefe Schräglagen ohne Fußrastenkontakt. Die um 20 Millimeter verlängerte Sitzbank bietet auch größeren Fahrern ausreichend Platz zum Langmachen, nur der Windschild könnte für mehr Schutz vor Highspeed-Turbulenzen sorgen, Abhilfe schafft die Racing-Scheibe aus dem Zubehör.

Es ist ein ganz eigenes emotionales Erlebnis, mit der Panigale V2 zu fahren. Wie mit einer alten Freundin auf einen Espresso zu gehen. Oder mehr. Wir hoffen, dass sie uns noch lange erhalten bleibt, denn sie ist nicht ersetzbar.

Mehr zum Thema:

Supersport/Superbike:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

4.3.2026

KTM 990 RC R Track in Weiß auf der Rennstrecke
KTM 990 RC R Track in Weiß auf der Rennstrecke

KTM 990 RC R TrackMehr als ready to race

Die rennstreckenfertige Version des orangen Supersportbikes steht kurz vor der Auslieferung, und selten war der Leitspruch von KTM so treffend wie bei diesem Motorrad: ready to race. Was diese Spezialversion kann und wieviel sie kostet, das lest ihr hier.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

26.2.2026

Suzuki GSX-R1000 2026
Suzuki GSX-R1000 2026

Suzuki GSX-R1000 AnniversarySensationspreis

Es wird doch nicht alles teurer. Suzuki hat es geschafft, den Preis der neuen GSX-R1000 40th Anniversary unter dem Niveau des 2021er-Modells zu halten.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

23.12.2025

Ducati Panigale Marquez Replica
Ducati Panigale Marquez Replica

Panigale SondermodellMarquez Replica

Die Panigale V4 Márquez 2025 World Champion Replica, ein Sammlerstück in einer Auflage von nur 293 Stück, mit einer von der MotoGP inspirierten Lackierung und exklusiven Komponenten

weiterlesen ›

Ducati:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

26.2.2026

Ducati DesertX 2026
Ducati DesertX 2026

Ducati DesertX 2026Böser Blick

Angetrieben vom neuesten 890-Kubik-V2 mit variabler Ventilsteuerung und mit geändertem Design sowie Aufwertungen im Detail startet die DesertX in die nächste Sonderprüfung.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

16.2.2026

Ducati Formula 73 Modelljahr 2026 Abbildung des Tanks
Ducati Formula 73 Modelljahr 2026 Abbildung des Tanks

Ducati Formula 73Limitiertes Sondermodell der Scrambler

Ducati wird heuer 100 Jahre alt und taucht tief in die eigene Geschichte ein. Als Vorbote weiterer Feierlichkeiten wird so die Ducati Formula 73 präsentiert – ein limitiertes Sondermodell der Scrambler, die auf die legendäre Super Sport 750 Desmo Bezug nimmt.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

9.1.2026

Ducati DesertX 2026
Ducati DesertX 2026

Ducati DesertX 2026Lucky Designs

Nicolas Vontobel von Rubberdust hat bereits die neue Generation der Ducati DesertX enttarnt und dekoriert. Die Sticker-Sets sollen zum Erscheinen des Bikes verfügbar sein.

weiterlesen ›

:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

7.3.2026

Triumph Tiger Sport 660 Modelljahr 2026 in Blau fahrend von rechts nach links
Triumph Tiger Sport 660 Modelljahr 2026 in Blau fahrend von rechts nach links

Erster Test: Triumph Tiger Sport 660 2026Mehr Power, mehr Reichweite

Neben der Trident 660 gönnen die Briten auch der Tiger Sport 660 im Modelljahr 2026 ein umfassendes Update. Wir sind das charmante Crossoverbike schon gefahren und ordnen die Neuheiten ein.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

4.3.2026

Honda WN7, Modelljahr 2026, in Schwarz fahrend von links nach rechts
Honda WN7, Modelljahr 2026, in Schwarz fahrend von links nach rechts

Erster Test: Honda WN7Wie fährt sich das erste große Elektro-Motorrad von Honda?

Reichweiten, Preise, Laden – Elektromobilität ist mit vielen Fragezeichen behaftet und konnte sich in den vergangenen Jahren nur in Nischen am Markt etablieren. Gelingt dem ersten Elektro-Motorrad des weltgrößten Herstellers diese Hürden zu überwinden? Wir sind die WN7 bereits gefahren.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

3.3.2026

Triumph Trident 660 Modelljahr 2026 in Gelb gefahren in der Kurve von rechts nach links
Triumph Trident 660 Modelljahr 2026 in Gelb gefahren in der Kurve von rechts nach links

Erster Test: Triumph Trident 660 202695 PS, schärferer Look, bessere Ergonomie

Triumph erneuert nach fünf Jahren sein Einsteigerbike mit Dreizylinder: die Trident 660. Wir konnten den schlanken Roadster bereits fahren und schildern euch hier unsere ersten Eindrücke: Macht sich das Mehr an Power bezahlt?

weiterlesen ›

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.