Leeren ›

Österreichs Plattform
Symbol, das darstellt, dass dieses Magazin 24h am Tag und 7 Tage die Woche verfügbar ist
für schräges Leben

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.

Kiosk-Button
menu
Christoph Lentsch
Autor: Mag. (FH) Christoph Lentsch
christoph.lentsch@motorrad-magazin.at
11.3.2021

BMW S 1000 R 2021 TestFliegengewicht

Auf zwei Dinge schauen wir Motorradfahrer zuerst: Auf das Gesicht und auf die PS-Angabe. Während wir uns den Kommentaren auf die letzten Videos der gesichtsoperierten Yamaha-MT-Modelle nach zu urteilen eher wünschen, in ein bekanntes Gesicht zu blicken (ist es der Wunsch nach ewiger Jugend?), erwarten wir bei der PS-Zahl immer einen Zuwachs. Je sportlicher ein Modell, desto enttäuschter sind wir, wenn die Spitzenleistung unverändert blieb, vor allem dann, wenn der Motor im Superbike-Spender deutlich mehr leistet.

Aber macht es überhaupt Sinn, die Leistung eines unverkleideten Straßenmotorrades an die eines vollverkleideten Supersportlers möglichst anzugleichen? Modelle wie die Ducati Streetfighter V4 oder die MV Agusta Brutale 1000 RR mit jeweils 208 PS beantworten diese Frage: Die Fahrbarkeit leidet. Die Duc hat zwar wegen des größeren Hubraums um neun Newtonmeter mehr Drehmoment als die BMW, diese liegen aber erst bei 11.500 Touren an, die 116,5 Nm der Brutale erst bei 11.000. Das Maximum des 1000er Vierzylinders aus Bayern steht immerhin schon bei 9500 Touren an, bei 7000 durchbricht sie die 100-Newtonmeter-Marke.

BMW sah also keinen Grund, Zeit und Geld in ein Motortuning zu investieren und beschäftigte sich stattdessen mit Gewichtsoptimierung, der vielleicht höchsten Kunst im Motorradbau. Mit dem neuen, kompakteren Motor, dem neuen Flex-Frame-Chassis, Änderungen an der Auspuffanlage und weiteren Komponenten konnten insgesamt 6,5 Kilo eingespart werden – und das trotz Euro 5. Das Gewicht von 199 Kilo vollgetankt ist amtlich und findet sich im Zulassungsschein. Die von uns gefahrene M-Version mit Carbonfelgen ist um nochmal 4,8 Kilo leichter, kostet allerdings um zirka 5750 Euro mehr. Die Schmiedefelgen tun's auch, dann spart man sich immerhin 2471 Euro.

Bereift ist die M mit Pirelli Diablo Rosso III (demnächst wird der IV präsentiert), die Standardversion mit Dunlop Sportsmart 3. Letztere kommt nur in Rot, die Sport-Lackierung in Grau mit leuchtgelben Akzenten kostet 377 Euro, blau-weiß-rot gibt's nur mit dem M-Paket. Zum Grundpreis von 16.990 Euro (Österreich) bekommt man drei Fahrmodi, dynamische Traktionskontrolle und ABS Pro. Damit ist man bestens bedient, Testmotorräder von BMW sind aber niemals so bescheiden ausgestattet. In unserem Fall waren noch Heizgriffe, Tempomat, das elektronische Fahrwerk und sonst auch alles montiert.

Die Bedingungen waren nicht optimal, aus einer Präsentation im milden Süden wurde coronabedingt eine kurze Testfahrt im brüsken Bayern, die Straßen waren zudem oft verschmutzt, unsere Zurückhaltung groß. Trotzdem war die präzise, transparente Front der S 1000 R zu spüren, ihre hohe Fahrstabilität auf der Autobahn und in weiten Kurven, das hohe Vertrauen in die Linientreue und die brutalen Bremsen. Man kann die Elektronik extrem sportlich abstimmen, hohe Wheelies und steile Stoppies zulassen. Noch immer wäre die S 1000 R von allen Naked Bikes der höchsten Leistungsklasse das Motorrad der Wahl für den Einsatz auf der Rennstrecke.

Ihr Vorteil auf dem Rundkurs könnte ihr Nachteil auf der Straße sein. Sie wirkt etwas zu glatt, zu sauber, zu perfekt. Man könnte den Charakter eines V4, V2, CP4 oder Dreizylinders vermissen. Dazu kommt die nun wieder sehr brave, etwas gewöhnliche Maske. Doch während die Optik wie immer reine Geschmackssache ist, werden die fahrdynamischen Qualitäten jeden überzeugen. Die gleichmäßige Kraftentfaltung mit massig Druck von unten, das punktgenaue Anvisieren des Kurveneingangs, der millimetergenaue Eintritt in den Radius, die Rückmeldung, die Stabilität (die Schwinge wurde verlängert) und der explosive Antritt am Ausgang machen einfach Freude. Das Getriebe hat kurze, knackige Schaltwege, der Quickshifter funktioniert gut, braucht beim Runterschalten aber einen etwas festeren Tritt.

Was die S 1000 R im Umgang von Modellen die einer Super Duke oder MT-10 unterscheidet, ist, dass sie mehr mit dem ganzen Körper gefahren und kaum gedrückt wird. Diesbezüglich ähnelt sie der Streetfighter V4, die ebenfalls wie ein gestripptes Superbike wirkt. Das muss man mögen, manche wünschen sich von einem Naked Bike bestimmt eine aufrechtere Sitzposition und einen entspannteren Kniewinkel.

Besonderer Fokus lag diesmal auf einer sicht- und spürbaren qualitativen Aufwertung: beeindruckende Lenkerklemme, hochwertige Details (Plakette an der Schwinge), rundum saubere Verarbeitung und erstklassiger Gesamteindruck. Premium ist eben nicht nur ein schönes Wort in Marketing-Broschüren. Auch hier gilt: Mit der Standard-Version muss man sich nicht genieren. Und auch nicht mit den 165 PS, für die praktisch jedes Landstraßengeflecht zu eng ausfällt. Angesichts der homogenen Leistungskurve (die kW-Kurve ist fast eine Gerade) kann man außerdem verschmerzen, dass der Motor ohne Shift-Cam auskommen muss.

Stellt sich die Frage, ob man das M-Paket oder sonstige Extras unbedingt braucht. Unbedingt nicht, aber BMW hat es schon immer verstanden, Begehrlichkeiten zu wecken und wenn wir auf etwas nicht mehr verzichten wollen, dann auf das elektronische Fahrwerk DDC und den Schaltassistenten. Auch Heizgriffe sind auf einem Naked Bike nicht die schlechteste Investition, während man sich das Geld für den Tempomaten getrost sparen kann. Wer sich nicht entscheiden kann, dem stehen auch zwei Pakete zur Verfügung. Dynamic: Quickshifter, DDC, Fahrmodi Pro, Motorspoiler. Komfort: Heizgriffe, Tempomat, Keyless-Go, USB-Ladebuchse. Eine bessere S 1000 R wird man auf jeden Fall bekommen.

Grundpreis S 1000 R 2021 Österreich: 16.990 Euro

  • M-Paket: 3295 Euro
  • Lackierung Sport:377Euro
  • Carbon-Paket: 1706 Euro
  • Frästeile-Paket: 1118 Euro
  • Dynamic-Paket: 1353 Euro (DDC, Fahrmodi Pro, Schaltassistent Pro, Motorspoiler)
  • Komfort-Paket: 812 Euro (Keyless, Heizgriffe, USB-Anschluß, Tempomat)

Mehr zum Thema:

Naked Bike:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

2.10.2026

BMW F 450 R mit Wheelie von der Seite
BMW F 450 R mit Wheelie von der Seite

Neu: BMW F 450 RA2-Roadster mit Vollausstattung

Wie geplant erweitern die Bayern ihre neue 450er-Familie mit einem Naked Bike. Spannend: BMW nützt nicht nur die Limits dieser Klasse punktgenau aus, sondern spendiert dem kompakten Roadster auch eine umfangreiche Serienausstattung. Wir haben alle Details – und auch bereits Preise.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

11.9.2026

Honda Hornet 750 Modelljahr 2027 in der neuen Farbvariante Grau und Rot
Honda Hornet 750 Modelljahr 2027 in der neuen Farbvariante Grau und Rot

Honda CB750 Hornet 2027Vier neue Farben!

Eines der bestverkauften Naked Bikes in Österreich – und Europa generell! – geht zwar ohne technische Änderungen in das neue Modelljahr, erhält aber dafür eine gänzlich neu gemischte Farbpalette. Bei uns seht ihr die neuen Trendfarben für die kommende Saison.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

6.8.2026

Prototyp der BMW R 20 für 2027 schräg von vorne
Prototyp der BMW R 20 für 2027 schräg von vorne

Erwischt: BMW R 20Bayerns dickstes Ding

Vor zwei Jahren noch als Konzept präsentiert nähert sich der neue Megaboxer der Serienreife. Wir haben ein schon fast fertiges Exemplar vor die Linse bekommen und spekulieren darüber, was wir wann erwarten dürfen.

weiterlesen ›

BMW:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

21.10.2026

BMW M 1000 RR 2027
BMW M 1000 RR 2027

BMW M 1000 RR 2027 Neuer Rahmen

Der neue, um 1,3 Kilo leichtere Rahmen der BMW M 1000 RR bringt 2027 neue Erkenntnisse aus dem Profirennsport in den Serienbau.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

15.10.2026

BMW F 450 RR in Rot
BMW F 450 RR in Rot

BMW F 450 RR Bavarian Pocket Rocket

Kurz nach dem Naked Bike F 450 R präsentiert BMW den A2-Supersportler F 450 RR, mit 48 PS, 177 Kilo, Heizgriffen, LED-Leuchten, 6,5-Zoll-TFT-Display und mehr.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

9.10.2026

BMW F 450 GS Wunderlich
BMW F 450 GS Wunderlich

Wunderlich für F 450 GSSchutzzone

Die BMW F 450 GS ist nicht einfach nur ein A2-Motorrad, sie ist auch nicht nur eine kleine GS: Sie ist eine vollwertige Reiseenduro und eine echte GS – und muss entsprechend geschützt werden.

weiterlesen ›

:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

3.10.2026

Benda Dark Flag 950
Benda Dark Flag 950

V4-Cruiser mit 109 PSBenda Dark Flag 950

948 Kubik, 109 PS und klassische Cruiser-Proportionen: Benda verbindet mit der Dark Flag 950 einen drehfreudigen Vierzylinder mit niedriger Sitzhöhe und Riemenantrieb. Damit ist sie eine interessante Alternative zu sportlichen V2-Cruisern wie der Harley-Davidson Sportster S.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

28.9.2026

Leistbarer Luxus-ScooterKymco AK 575

Kymco bringt diesen November sein neues Topmodell AK 575 Premium nach Österreich. Der Maxi-Scooter mit 52 PS kommt mit einem hochwertigen Fahrwerk und einer üppigen Serienausstattung samt Kurven-ABS, Tempomat und elektrisch verstellbarer Scheibe um 11.599 Euro..

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

27.9.2026

Rieju Coaster 407 AMT
Rieju Coaster 407 AMT

Cruiser mit AutomatikRieju Coaster 407 AMT

Cruiser mit automatischer Schaltung sind natürlich eine gute Idee. Wenn man vor allem gemütlich durch die Landschaft tuckern möchte, kann man auf das Spiel mit Kupplungs- und Schalthebel gerne verzichten. Rieju bringt mit der Coaster 407 AMT frischen Wind in die wachsende Szene automatisch schaltender Cruiser.

weiterlesen ›

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.