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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
1.12.2022

BMW S 1000 RR Test 2023Primus inter pares

Es ist eher selten, dass man einen neuen Supersportler auf einer Rennstrecke testet, die zeitgleich auch vom Endurance-WM- und World-Superbike-Team genutzt wird, plus zwei ehemaligen Rennfahrern, die ihr Handwerk noch beherrschen. Aber die Bayern schicken uns trotzdem mit den internationalen Stars auf den Kurs, weil sie vor allem an eins glauben: ihr Motorrad.

210 PS stark, 303 km/h schnell ist die neue. Schon beim Presslaunch der letzten S 1000 RR in Estoril zeigte der Tacho 306 km/h an. Das entspricht natürlich nicht dem tatsächlichen Wert, ist aber trotzdem schnell. Wirklich schnell macht die RR aber ihre Dynamik und Präzision. Bei einem Reifentest in Mugello war sie der vergleichsweise behäbigen Ducati Panigale V4 speziell im Kurveneingang und in den Wechselkurven deutlich überlegen, zirkelte leichtfüßig und zielgenau durchs Winkelwerk. Mit einem um 0,5 Grad flacheren Lenkkopfwinkel und einem um 3 Millimeter verringerten Gabelbrücken-Offset um 3 mm, zusammen mit einem flexibleren Rahmen, hat man noch mehr Präzision erreicht.

Man muss allerdings berücksichtigen, dass uns BMW neben ein paar feinen Extras wie einer M-Fußrastenanlage und Brems- und Kupplungshebeln auch diesmal wieder mit Carbonfelgen (zirka 3600 Euro) beglückt hat, die das Handling so eines Superbikes auf ein unvorstellbares Niveau heben. Mit dem gesamten M-Paket ist die RR nur mehr 193,5 Kilogramm leicht. (Serie 197 kg). Kosten: 5422 Euro (Österreich).

 

Zur Serienausstattung zählen 4 Fahrmodi (Rain, Road, Dynamic, Race), das BMW Motorrad ABS mit ABS Pro (mit Slick-Modus), die DTC (Dynamic Traction Control), der Schaltassistent Pro und die Berganfahrhilfe HSC. Die neue Slide Control und die Dynamic Brake Control, die verschiedene Driftwinkel zulassen, wenn man sich traut, sind in den Fahrmodi Pro enthalten. Diese schalten drei zusätzliche Race-Modi frei, die individuell konfigurierbar sind. Es lassen sich außerdem Modi, die nicht benötigt werden, ausblenden, um die übrigen schneller auswählen zu können.

Weiters sind ein Pit-Lane-Limiter, eine Launchcontrol, die DBC (Dynamic Brake Control) und die Engine Break enthalten. Für die Driftfunktionen unverzichtbar ist die serienmäßige Schleppmomentregelung, die mit Daten zu Hinterradschlupf und Schräglaufwinkel durch leichtes Öffnen der Drosselklappen auf zwei Zylindern das Schleppmoment des Motors reduziert. Und damit man auch in der Boxengasse wie ein Profi daherkommt, lässt das ABS Pro bei Bremsungen unter 50 km/h Stoppies zu – mit Überschlagschutz.

Klingt so, als würde einen die neue RR ohne zutun zum King of the Road und the Ring machen, aber ganz so einfach ist es leider (noch) nicht. Man muss schon über fortgeschrittene Fähigkeiten und ausreichend Erfahrung mit starken Supersportlern verfügen, um diese Systeme und Funktionen gewinnbringend nutzen zu können. Ohne jemals einen Drift, einen Wheelie oder einen Stoppie hingelegt zu haben, sollte man die Technik nicht allzu forsch herausfordern.

 

Was aber wirklich jeden Fahrer nach vorne schiebt sind die schräglagenabhängige Traktionskontrolle und die Bremsperformance in Verbindung mit einer intuitiven Fahrbarkeit. Doch auch diese Vorteile haben einen kleinen Haken: Man muss mit den schnelleren Rundenzeiten auch umgehen können. Sprich, wenn alles schneller abläuft und die Kurve eher da ist, als man das erwartet, ist auch schnelleres Handeln gefragt. Der selbstfahrende Supersportler ist noch nicht erfunden, und wird es wohl auch nie.

Die nochmals klarer strukturierte Navigation durchs Connectivity-TFT ermöglicht die schnelle Einstellung und Änderung der Fahrmodi, von denen sich nicht gebrauchte auch ausblenden lassen. Je nach Einsatzzweck kann man sich am Bildschirm verschiedene Ansichten anzeigen lassen, unter anderem auch die durchaus herausforderne und allseits beliebte Schräglagenanzeige. Die Übersicht aller drei Race-Pro-Modi erleichtert außerdem die Abstimmung der eigenen Einstellungen. Die drei Motorkennlinien, die mit den vier Standard-Fahrmodi fix verknüpft sind, lassen sich in den Fahrmodi Pro ebenfalls separat anwählen. 

 

Laut Anzeige erreichten wir je nach Fahrstil Schräglagen von 56 bis 58 Grad, die Motorräder waren mit Bridgestone V11 Slicks ausgestattet. Rennreifen würden wir auch voraussetzen, um das Potenzial der RR nutzen zu können, was weiters bedingt, dass sie auf der Rennstrecke eingesetzt wird. 

Fest steht: 210 PS waren nie einfacher zu bewegen und wer bereits über Rennstreckenerfahrung verfügt, der wird von den jüngsten technischen Innovationen und der Feinarbeit am Fahrwerk profitieren, weil sie noch mehr Vertrauen schaffen. SO schnell und sicher waren wir wahrscheinlich noch nie am persönlichen Limit unterwegs. Sogar die ungeliebte bis verhasste Rennstrecke von Almeria wurde unser Freund. 

In Österreich kostet die neue BMW S 1000 RR 24.900 Euro (Deutschland ab 20.420 €), dazu würden wir unbedingt die DDC (elektronisches Fahrwerk) und die Fahrmodi Pro (bei Einsatz auf der Rennstrecke) nehmen. Da braucht der Weihnachtsmann allerdings schon einen ziemlich großen Sack – mit Geldscheinen.

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