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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
10.11.2023

Suzuki GSX-S1000 GXCrossover mit Hightech

Die Gerüchte schwirrten bereits umher, nun hat Suzuki auf der Eicma seinen ersten „Supersport-Crossover“ enthüllt: die GSX-S1000 GX. Um den sperrigen Namen etwas abzukürzen, wollen wir sie fortan GX nennen.

Schon der erste Anblick offenbart, dass Suzuki in die gleiche Kerbe schlägt wie die erfolgreiche BMW S 1000 XR. Man kombiniert Supersport-Technologie mit einer entschärften, aufrechten Sitzposition, ausgeprägtem Windschutz und Reisetauglichkeit. Zu guter letzt folgt noch eine ordentliche Prise Hightech.

Im Fall der GX kommt der ehemalige Motor einer GSX-R1000 zum Zug, in einer Komfiguration, die wir schon aus der GSX-S1000 GT kennen. Wie dort leistet der Vierzylinder 152 PS bei 11.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 106 Nm bei 9250 U/min. Der Motor steht zwar gut im Futter, ist leider aber auch hungrig, mit 6,2 Liter/100 km im WMTC-Wert. Und mit 97 dBA Standgeräusch ist er auch noch geringfügig lauter als in der GT.

Der Rahmen und viele Details wie Tank, Bremserei oder TFT-Display werden ebenfalls von der GT übernommen, völlig neu ist allerdings das Fahrwerk, das erstmals an einer Suzuki elektronisch gesteuert wird. Die Komponenten stammen von Showa, das EERA kennt man schon aus der Honda Africa Twin Adventure Sports. Suzuki modifizierte das System allerdings und ergänzt es um weitere elektronische Features, die unter anderem einen Skyhook-Effekt erzeugen, das Motorrad also auf sehr welligem Geläuf möglichst stabil halten.

Das Fahrwerk besitzt vier Dämpfungsmodi (Hart, Medium, Weich, Custom), zusätzlich auch vier Möglichkeiten, die Vorspannung am Federbein elektronisch zu justieren. Entweder man wählt Solo, Solo mit Gepäck, Soziusbetrieb – oder den AUTO-Modus, in dem das Gewicht automatisch ermittelt, die Vorspannung entsprechend eingestellt und auch gleich die Dämpfung angepasst wird. Die Vorspannung an der Gabel lässt sich manuell einstellen.

In Sachen Elektronik läuft die GX sowieso zur Bestform auf: Es gibt reihenweise neue Systeme und Assistenten, die für mehr Sicherheit, aber auch Spaß sorgen sollen. Sehr löblich: Die Japaner haben die Bedienung vereinfacht und alles in drei Fahrmodi gebündelt. Damit beeinflusst man nun das Ansprechverhalten des Motors, die Traktionskontrolle und die Dämpfung des Fahrwerks. Jeder der drei Modi lässt sich auch individuell bearbeiten, die Traktionskontrolle in sieben Stufen und die Dämpfung in den genannten vier.

Neben vielen anderen Assistenten, die beispielsweise einen Überschlag beim Bremsen verhindern oder ein zu starkes Eintauchen der Gabel gibt es natürlich Kurven-ABS, eine Schräglagen-Traktionskontrolle sowie die „kleinen“ Heinzelmännchen wie den Low RPM Assist, das Easy Start System und eine Assist- und Rutschkupplung.

An weiteren Ausstattungen serienmäßig an Bord: Tempomat, Quickshifter, ein großes 6,5-Zoll-Display mit voller App-Connectivity, eine USB-Steckdose, Handschützer, die Gepäckbrücke und eine dreifach justierbare Scheibe (Höhenunterschied 43 Millimeter). 

Suzuki verspricht auch mehr Sitzkomfort und eine im Vergleich zur GT geänderte Ergonomie. Der Fahrersitz wurde um 15, der Soziussitz um zehn Millimeter kräftiger gepolstert; letzterer wurde auch um 26 Millimeter deutlich breiter. Der um 144 Millimeter breitere, gummigelagerte Lenker ist ein Stück höher und weiter zum Fahrer gerückt, die Fußrasten wurden um 15 Millimeter tiefer positioniert.

Dieses Ausstattungsplus und die längeren Federwege schlagen sich erfreulicherweise nur dezent im Gewicht nieder. 232 Kilo vollgetankt entsprechen einem Zuwachs gegenüber der GT von lediglich sechs Kilo. Da Suzuki das höchst zulässige Gesamtgewicht um zehn Kilo angehoben hat, wächst die erlaubte Zuladung auf 198 Kilo. 

Ein wenig größer ist die Abweichung hingegen beim Preis: Das elektronische Fahrwerk und die vielen anderen Goodies schlagen mit 2900 Euro zu Buche, sodass am Ende in Österreich ein Wert von 19.790 Euro veranschlagt wird. Im Fremdvergleich freilich noch immer ein attraktiver Preis für das neue Straßen-Flaggschiff von Suzuki, das wir in Kürze bereits testen können. Unsere ersten Fahreindrücke findet ihr hier Ende November.

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