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Erwischt: KTM 990 Adventure für 2027!Geschärfte Mittelklasse
Mancher Leser wird sich noch erinnern: Kaum mehr als 20 Jahre ist es her, dass KTM die erste 990 Adventure vorstellte. Angetrieben durch den LC8 genannten V2 der Mattighofener kam sie in der Basis auf 106 PS aus knapp weniger als 1000 Kubikzentimetern Hubraum. Damals stellte sie dar, was sich die Mattighofener unter der bestmöglichen Reiseenduro des Hauses vorstellten.
2013 wurde sie durch die 1190 Adventure abgelöst, die später zur 1290 Super Adventure wurde – deren Nachfolgerin 1390 Super Adventure wiederum heutzutage das Reiseflaggschiff von KTM darstellt und für viele Kunden in entrückten Leistungs-, Gewichts- und Preissphären unterwegs ist. Doch wie Motorradmagazin-Leser wissen, steht KTM unmittelbar vor der Wiederbelebung des Namens 990 Adventure, die die Brücke zwischen eben jener 1390 Super Adventure und der ebenfalls vor einer Runderneuerung stehenden 790 Adventure schlagen wird.
Die kleine Schwester mit dem 799-Kubikzentimeter-Twin und die 990 Adventure werden sich dabei künftig, wie auch schon bei der aktuellen Generation von 790 und 890 Adventure, optisch stark ähneln, wie ein erster Blick auf seriennahe Prototypen nahelegt, die wir in Oberösterreich bei Abstimmungsfahrten fotografieren konnten.
Die 990 Adventure greift, wie ihre künftige Schwester, auf eine steil gestaltete Frontpartie zurück, die Anleihen bei KTMs Rallye-Historie nimmt. Anders als bei der gerade vorgestellten 690 Rally und ihrer „Rally-Tower“ genannten Front- und Bedieneinheit bedeutet das bei beiden ein zwar aufragendes, jedoch homogen gestaltetes Vorderteil mit einer kleinen LED-Projektionslinse als Hauptscheinwerfer.
Schon kurz hinter der hohen Frontscheibe setzt sich der Top-Reihentwin aber von der kleinen Schwester ab: Vor dem Piloten der 990 Adventure wird ein Doppeltank mit zwei einzelnen Einfüllöffnungen verbaut, der bis kurz vor die Füße reicht, stattliches Volumen mitbringt und für entsprechende Reichweite sorgen dürfte.
Anders als bei der aktuellen 790 Adventure, bei der das Tankvolumen ebenfalls am Motorrad weit nach unten gezogen wird, konzentriert es sich bei der 990 Adventure jedoch weiter oben – Hauptgrund, weswegen die Abdeckung der Verkleidung an dieser Stelle weniger bauchig ausfällt. Die Verkleidung selbst wird dadurch breiter und kann so gleichzeitig den zweigeteilten Kühler integrieren.
Der neue Kühler ist die Folge der namensgebenden Ausbaustufe des KTM-Reihentwins, der auch in der 990 Duke zum Einsatz kommt. Von dieser leiht sich die Reiseenduro zu großen Teilen die Architektur, angepasst an den Einsatzzweck. In der Naked-Schwester leistet der Antrieb 123 PS und kommt auf tatsächliche 947 ccm Hubraum. In der Adventure dürfte der Motor jedoch eine eigene Abstimmung erhalten. Denkbar, dass im Zuge dessen ein paar Pferdestärken zugunsten eines bulligeren Drehmomentverlaufs auf der Strecke bleiben.
Wie bei der Duke mündet der Krümmer in einen im Vergleich zur 890 Adventure neu konstruierten Abgastrakt mit einem größer dimensionierten Sammler und tiefer positioniertem, schlank gestaltetem Endschalldämpfer. Daher kommt auch in der 990 Adventure eine bananenförmige Schwinge zum Einsatz, die sich um den Sammler legt. Neu ist die Konstruktion des Heckrahmens, bei dem das Stahlrohrheck in ein Alugussteil mündet. So wird das Heck der 990 Adventure wesentlich schlanker als bislang und dürfte zudem Gewicht sparen.
Bei Testfahrten wurden zwei verschiedene Versionen der 990 Adventure gesichtet, die sich durch unterschiedliche Vorderradgabeln und Frontscheiben mit unterschiedlicher Höhe unterscheiden. Denkbar ist, dass diese verschiedene Ausstattungsvarianten darstellen werden, so wie es auch in den Schwestermodellen S-, X- und R-Versionen gibt. Allen 990 Adventure gemein sein werden stattliche Federwege – die Mattighofener dürften das Modell auf Tauglichkeit für Reisen auf jedwedem Terrain auslegen.
Unklar ist, wann das Modell präsentieren wird; sicher ist jedoch, dass die Entwicklung längst auf die Zielgerade eingebogen ist. Zur Saison 2027 dürfte die 990 Adventure also beim Händler stehen.
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