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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
15.9.2021

BMW R 18 B TestBig Boom

Ohne weiterzulesen können Sie das durchschnittliche Gewicht eines BMW Motorrades exklusive R-18-Palette erraten. Na? Das Ergebnis ist eine Schnapszahl: 222. Kilogramm natürlich. Das Durchschnittsgewicht eines R-18-Modells ergibt ebenfalls ein Palindrom: 383. Da könnte man die Masse schon fast in Tonnen angeben.

Aber anders als bei sportlichen oder auch vielseitigen Motorrädern ist das Übergewicht hier kein Makel, sondern praktisch ein Qualitätskriterium. An den nunmehr vier Big-Boxern ist so viel Eisen wie möglich und so wenig Plastik wie notwendig verbaut. Auch eingefleischte Harley-Anhänger mussten schon zugeben, dass die Material- und Fertigungsqualität der in Berlin gebauten Motorräder über jeden Zweifel erhaben ist. Das gilt folglich auch für die beiden neuen, R 18 B (Bagger) und R 18 Transcontinental (Wohnmobil). Wo man hingreift ist es kalt, schwarz und schwer.

Neben dem typischen Schwarz bietet BMW mittlerweile auch ausgefallene Farben wie „Galaxy Dust“ oder „Marsrot Metallic“ an. Die limitierten „First Editions“ kommen aber wie bisher in der typischen Klassiker-Lackierung mit weißen Zierstreifen und jeder Menge Extras für 2500 Euro Aufpreis: Die Bagger mit schwarzen, die Transcontinental mit silbergrauen Rädern, beide kontrastgefräst. Lenkerarmaturen, Zylinderkopfhauben, Ansaugblenden und die so genannte Heldenbrust sind verchromt, an der Transcontinental auch noch die vorderen Bremssättel.

Dazu gitb es die exklusive Welcome Box mit zahlreichen Goodies, die ausschließlich den Kunden dieser Serie vorbehalten ist. Der Bagger fehlen auf die Transcontinental das Topcase, der höhere Windschild, Zusatzscheinwerfer, die Sitzheizung, Windabweiser an den Seiten und Trittbretter mit einer stufenlos einstellbaren Schaltwippe. Zur Serienausstattung beider Modelle zählen ein breiter TFT-Schirm, bekannt von der RT, darüber vier analoge Rundinstrumente, drei Fahrmodi, ASC und MSR, sowie Heizgriffe und ein Tempomat. 

Aufpreispflichtig ist die Active Cruise Control, die über eine Radareinheit den Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug regelt. Die Geschwindigkeit wird auch beim Bergabfahren gehalten. Nett, aber nicht notwendig, im Gegensatz zur Rückfahrhilfe, die bei diesem Gewicht fast Pflicht ist.

Der Abstandstempomat machte uns schon auf den ersten Kilometern bei der Testfahrt durch den Taunus Freude, bei der leider nur die Bagger zur Verfügung stand. In drei Weiten lässt sich die Distanz zum Vordermann einstellen, die Geschwindigkeit mit den bekannten Bedienelementen regulieren. Trifft man auf ein langsameres Fahrzeug, bremst das System je nach Geschwindigkeitsunterschied recht ordentlich, aber nie abrupt. Wechselt man dann die Spur zum Überholen, beschleunigt die ACC je nach Fahrmodus wieder auf die eingestellte Geschwindigkeit. 

Auch Schaltvorgänge sind im aktiven Modus möglich. Von den drei Fahrmodi bietet sich auch hier der mittlere Roll-Modus als der bevorzugte an, da die Gasannahme im schärferen Rock-Modus für eine normale Fahrweise etwas zu sportlich ausgelegt ist und etwas Unruhe in die sonst schön ausbalancierte, harmonische Dynamik bringt. Nur in schnellen Kurven wankt das über 2,5 Meter lange Motorrad leicht, was bei diesem Gewicht nicht ungewöhnlich ist.

Doch durch die starken Bremsen mit Vollintegral-ABS hat man keine Sekunde Sorge, das Schlachtschiff könnte einem davonschwimmen. Die Schräglagenfreiheit ist modelltypisch beschränkt, dennoch fühlten wir uns auf der Testrunde dadurch nicht störend limitiert. Mehr Schutz vor dem Fahrtwind hätten wir uns von der breiten Verkleidung gewünscht. Zwar nimmt der Verbau den Druck vom Oberkörper, der Windschild ist aber zu flach und zu kurz, um Verwirbelungen vom Helm fernzuhalten. Abhilfe schaffen Schilde aus dem Zubehörprogramm. 

Der Reisekomfort ist sehr hoch, die Sitzhaltung entspannt und die Lage der Beine in keiner Weise zu beklagen. Zwar sind die Fußrasten fett gummiert, wir wünschen uns auf einem Bagger trotzdem Trittbretter. Bei den per Zentralverriegelung sperrbaren Koffern könnte nur die schmale Bauweise Schwierigkeiten bereiten, unser Media-Equipment brachten wir darin nicht unter.

Die bei unseren Testfahrzeugen installierten Marshall-Boxen kosten außerdem einen Liter Stauraum. Vier Boxen sind bei der R 18 B möglich, sechs bei der Transcontinental. Über die Connectivity lässt sich die Lieblingsmusik vom Handy, das in einem flachen Fach auf dem 24-Liter-Tank verstaut und angesteckt wird, abspielen, während man gleichzeitig der Navigationsanzeige folgen kann; am breiten Display erscheint dann ein Split-Screen. Etwas mühsam ist, dass man für viele Funktionen – so auch zur Aktivierung der Heizgriffe – ins Menü einsteigen muss. 

Erfreulich auch der Verbrauch: Der 400 Kilo Brocken genehmigte sich im Schnitt übrigens mäßige 5,7 Liter. So richtig spürt man das Gewicht auch nur beim Rangieren. Einmal falsch abgestellt, braucht man entweder einen netten Kollegen, der hilft, den Karren wieder aus der Ecke zu schieben, oder die ebenfalls aufpreispflichtige Rückfahrhilfe, die unter mitleiderregendem Gewinsel des Startermotors den Retourgang spielt. Wieder auf der Straße findet sie R 18 aber sofort wieder ihre gediegen Eleganz und der Fahrer genießt den schönsten Ausblick der ganzen Motorradwelt: den auf den funkelnden Big-Boxer.

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